23.12.2019 – Niedersachsen

DSD fördert Fachwerkgebäude in Hannovers Calenberger Neustadt

Das Fachwerkgebäude in Hannover Calenberger Neustadt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Blick ins Innere des Fachwerkgebäudes in Hannover Calenberger Neustadt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Das Innere im Fachwerkgebäude in Hannover Calenberger Neustadt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Schäden im Fachwerkgebäude in Hannover Calenberger Neustadt © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Kaum Licht in den unteren Etagen

Für die Sanierung der Außenwände des Fachwerkhauses in der Mittelstraße in Hannover Calenberger Neustadt stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 100.000 Euro zur Verfügung. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Torsten Schwarz von der Geschäftsführung der Altstadtwohnen Mittelstraße KG in diesen Tagen. Das rund 300 Jahre alte Fachwerkgebäude gehört zu den über 400 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.

Die Calenberger Neustadt befindet sich unweit des Landtags jenseits der Leine, sie verdankt sich einer Stadterweiterung Hannovers in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg sowie stadtplanerische Umbaumaßnahmen zerstörten sie weitgehend. Das Ensemble in der Mittelstraße gehört mit benachbarten Bauten zu den wenigen erhaltenen historischen Resten im Quartier.

Die Errichtung des Vorderhauses kann aufgrund der Einwohnerverzeichnisse in die Zeit um 1680 datiert werden. Um 1700 wurden Hinterhäuser angefügt. Zunächst entstand links hinter dem Vorderhaus ein erster kleiner Bauteil, zwischen 1760 und 1800 wuchs die Bebauung auf den heutigen Umfang des Hinterhauses. Die in der Lücke zwischen Vorder- und Hinterhaus entstandenen Seitenhäuser wurden im Wesentlichen bis 1880 fertiggestellt. Weitere Änderungen wurden im 19. und 20. Jahrhundert durchgeführt. Während das Vorderhaus repräsentativen Wohnzwecken diente, wurden die Hinterhäuser gewerblich genutzt, ab 1764 ist die Nutzung als Kolonialwarenladen bezeugt. Um 1830 haben die im Haus wirtschaftenden Kaufleute Mineralwasser angeboten, das sie ab 1840 an den nahen königlichen Hof lieferten.

Der älteste Bauteil des Fachwerkensembles ist das dreistöckige Fachwerkhaus mit Putzfassade und hohem Zwerchhaus. Zu begehen ist der Bau durch eine seitliche zweiflügelige Tür zum Treppenhaus oder eine Ladentür. Gesimse markieren die Geschosse. Im Obergeschoss besitzt die Fassade aufwendige Fensterrahmungen mit Konsolen und Voluten. Die Zwerchhausfassade im Dachgeschoss ist entsprechend mit zwei kleinen Gauben geschmückt. Das wesentlich größere Hinterhaus weist ein quer zum Vorderhausdach orientiertes Satteldach auf und bietet Raum für vier Stockwerke. Es ist ebenfalls in Fachwerkbauweise errichtet und mit Ziegeln ausgefacht. Bei den beiden Seitenhäusern handelt es sich um simple Sichtfachwerkbauten, die ohne eigene Giebelwände in den Bestand eingespannt und mit Pultdächern bedeckt wurden. Der schmale Hof liefert kaum Licht bis in die unteren Etagen.