23.12.2014 – Presse

DSD fördert Schloss Sünching bei Regensburg

Papiertapeten im Rauchsalon

Kurzfassung: Für die Restaurierung der Papiertapeten in den beiden sogenannten Chinesenzimmern stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 45.000 Euro zur Verfügung. Den entsprechenden Fördervertrag erhält Johann Carl Freiherr von Hoenning O'Caroll in diesen Tagen. Schloss Sünching, das Mitte des 18. Jahrhunderts in seiner heutigen Form entstand, gehört zu den über 290 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Papiertapete auf Schloss Sünching bei Regensburg © Peter Schabe/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Papiertapete auf Schloss Sünching bei Regensburg © Peter Schabe/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Schloss Sünching bei Regensburg © Peter Schabe/Deutsche Stiftung Denkmalschutz


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Langfassung: Für die Restaurierung der Papiertapeten in den beiden sogenannten Chinesenzimmern, dem ehemaligen Vorraum zum Festsaal und dem ehemaligen Rauch- und Spielsalon, stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 45.000 Euro zur Verfügung. Den entsprechenden Fördervertrag erhält Johann Carl Freiherr von Hoenning O'Caroll von der Gräflich von Seinsheimschen Rentenverwaltung in diesen Tagen.

Das Geschlecht der Sünchinger ist seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Das Schloss mit ihrem Namen wurde ab 1758 unter Einbeziehung älterer Bauteile als ein dreigeschossiges, unregelmäßig um einen Innenhof angeordnetes Achteck errichtet. Bauherr war Joseph Franz Graf von Seinsheim, ein Diplomat mit Einfluss am Münchner Hof, dessen Bruder, Adam Friedrich von Seinsheim, Fürstbischof von Würzburg und Bamberg war. Die künstlerische Oberleitung des Neubaus und der gesamten Ausstattung oblag Francois Cuvilliés.

1761 waren die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen. Die Fassaden des dreigeschossigen Baus sind regelmäßig durchfenstert und durch Putzgliederungen am Sockel und an den Ecken des Gebäudes betont. Das Innere wird durch ein repräsentatives barockes Treppenhaus im Südflügel und einen - vermutlich älteren - Treppenaufgang im Westen erschlossen. Eine über den Bedarf des Bauherrn selbst hinausgehende gesteigerte Repräsentation verband sich mit der Einrichtung der Folge von Prunkzimmern für den bischöflichen Bruder des Bauherrn. Maßgeblichen Einfluss auf die Ausstattung in Sünching gewannen dadurch die mainfränkischen Residenzen, insbesondere Schloss Seehof bei Bamberg.

Die Deckengemälde im Festsaal und in der Kapelle schuf 1761 Matthäus Günther. Das Altarrelief der Kapelle und die Schnitzereien an den Kaminrisaliten des Festsaals sind von Ignaz Günther; Stuckateur war jeweils Franz Xaver Feichtmayer. Einen Teil der ursprünglich zum Schloss gehörenden Gemälde fertigte Georg Desmarées.

Die Namen der Künstler belegen eindrucksvoll, dass es dem Bauherrn gelungen war, nicht nur für den Bau selbst, sondern für die gesamte Ausstattung die bekanntesten und besten Kräfte seiner Zeit zu verpflichten. Außerhalb der Residenzstadt München ist es nirgendwo außer in Sünching gelungen, für nahezu alle Bau- und Ausstattungsgewerke die führenden Künstler des bayerisch-süddeutschen Rokoko in einer Gemeinschaftsaufgabe von derart herausragender Qualität zusammenzuführen.

Fast zeitgleich mit den kurfürstlichen Zimmern der Residenz Max III. Joseph verwirklichte sich ein letztes Mal vor dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation höfische Kunst im Auftrag des Adels bzw. eines der Reichsfürsten im Regensburger Raum auf höchstem Niveau.

Weil sämtliche Fußpunkte des Dachtragwerks nicht mehr funktionstüchtig waren, waren auch die Stuckdecken im Inneren stark gefährdet, die an der Zerrbalkenlage aufgehängt sind. Anschließend stand die Restaurierung der verschmutzten Raumschale an, die sukzessive ausgeführt wird.

Schloss Sünching ist eines von über 290 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.