13.08.2019 – Nordrhein-Westfalen

DSD-Fördervertrag für das Alte Kapitänshaus in Brakel

Alte Kapitänshaus in Brakel © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Brunnenschacht stammt aus dem 13. Jahrhundert

Bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 14. August 2019 um 16.00 Uhr überbringt Kristin Wichert, Ortskuratorin Paderborn der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gemeinsam mit Kristina Sauerstein von WestLotto dank der Lotterie GlücksSpirale einen symbolischen Fördervertrag über 90.000 Euro für die Dacheindeckung des Alten Kapitänshauses in Brakel mit Sandsteinplatten an die Denkmaleigentümer Johanna und Adrian Tensi. Der Hof gehört zu den über 460 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Zentral im historischen Ortskern liegt gleich an der Hauptstraße das stattliche Haus gegenüber der barocken Kapuzinerkirche, dem Erstlingswerk des Architekten Johann Conrad Schlaun. Der Fachwerkbau entstand wohl im frühen 19. Jahrhundert über den Kellern eines Vorgängerbaus. Das Gebäude erhielt seinen Namen von einem seiner Eigentümer, dem Capitain v. d. Asseburg, der im 18. Jahrhundert zu einer der einflussreichsten Adelsfamilien des Ortes gehörte.

Der stattliche Fachwerkbau erhebt sich auf einem hohen Natursteinsockel und ist zum Teil mit einem tonnengewölbten Keller unterbaut. Fundamente und Keller stammen vermutlich von Vorgängerbauten. Eine zentrale zweiläufige Natursteintreppe führt zu dem repräsentativen Eingangsportal, das von hölzernen Pilastern, Kassettenfeldern und Halbsäulen gerahmt wird. Die doppelflügelige, beschnitzte Kassettentür aus der Zeit um 1800 wird von einem hohen Oberlicht bekrönt. Das symmetrische Fachwerkgerüst zeigt gegenständige Streben. Die Hauptfassade prägen Hochrechteckfenster – im Erdgeschoss mit Klappläden – und ein zentrales Ochsenaugenfenster im Giebel. Ein hohes Mansarddach mit Giebelwalm und regionaltypischer Sandsteinplattendeckung deckt den Bau.

Im Inneren haben sich im Eingangsbereich Mettlacher Fliesen und zwei natursteingerahmte Heizungsklappen, die einst zur Versorgung der Kamine in den Zimmern dienten, erhalten. Bemerkenswert ist der fast 10 Meter tiefe Brunnenschacht im Hausinneren, der vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt.