13.08.2019 – Nordrhein-Westfalen

DSD-Fördervertrag für den Wiemers-Meyer’schen Hof in Ottbergen

Wiemers-Meyer'sche Hof in Ottbergen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Wiemers-Meyer'sche Hof in Ottbergen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Detail am Wiemers-Meyer'schen Hof in Ottbergen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

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Reich beschnitzter Schaugiebel ist sehenswert

Bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 14. August 2019 um 14.00 Uhr überbringt Kristin Wichert, Ortskuratorin Paderborn der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gemeinsam mit Kristina Sauerstein von WestLotto zur Erinnerung an die gelungene Restaurierung der Ostfassade des Wiemers-Meyer’schen Hofes in Höxter-Ottbergen an Bürgermeister Alexander Fischer eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Dadurch bleibt das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten sichtbar und kann zu weiterer Unterstützung motivieren. Die DSD stellte für die Restaurierungsarbeiten vor zwei Jahren dank der Lotterie GlücksSpirale 55.000 Euro zur Verfügung. Das Fachwerkgerüst und der geschnitzte Fassadenschmuck waren akut von Pilzen und Fäulnis befallen. Schwere Schäden fanden sich auch an der Malereioberfläche und den Gefachen der Schaugiebelseite. Der frühneuzeitliche Hof gehört zu den über 460 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Der Wiemers-Meyer'sche Hof steht mitten im Ort gegenüber der Kirche. 1684 wurde das damals einhundert Jahre alte Vorderhaus durch das heutige Fachwerkwohnhaus ersetzt. Die im Winkel gebaute, dreiflügelige Hofstätte besteht gegenwärtig aus dem Wohnhaus, einer Scheune und dem Wirtschaftsgebäude. Das Wohnhaus ist zur Straße hin ein giebelständiges, zweigeschossiges, repräsentatives und in der Stockwerksbauweise des 17. Jahrhunderts errichtetes Fachwerkhaus mit Sichtfachwerk und Satteldach. Der östliche Schmuckgiebel ragt im oberen Giebelbereich aus, die Balkenköpfe zieren ornamental geschnitzte Füllbretter. Die Fußbänder der Hauptständer sind im ersten Stock als Dreiecksornamente mit floralen Elementen gestaltet und finden sich in umgekehrter Form als Kopfbänder mit Fächerornamenten im ersten Giebelstockwerk wieder. Die Brüstungsfelder des ersten und teilweise des zweiten Giebelstockwerks sind mit Brettern gefüllt, die geschnitzte Arkaden über Säulen zeigen. Das Giebeldreieck zeigt einen doppelschweifigen, das Christusmonogramm haltenden Löwen. Blumenornamente und Grotesken auf den Füllbrettern und den Schwellen charakterisieren mit den übrigen Schmuckformen die späte Weserrenaissance. Der reich beschnitzte Schaugiebel ist einer der repräsentativsten in der Region. Im Winkel schließt sich die Fachwerkscheune an, die mit Backstein ausgefacht ist und von einem Satteldach gedeckt wird. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Winkel dazu steht der dreiflügelige aus Kalkbruchstein errichtete Wirtschaftsbau, dessen Mauerwerk teils aus dem 18. Jahrhundert stammt.