28.09.2020 – Rheinland-Pfalz

DSD hilft bei der Wiederherrichtung der ehemaligen Synagoge in Kirrweiler

Ehemalige Synagoge in Kirrweiler © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Notsicherung der Deckenbalken in der ehemaligen Synagoge in Kirrweiler © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Gebäude erinnert an die jüdische Vergangenheit in der Weinbaugemeinde

Mit einem Fördervertrag über 50.000 Euro beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) an der Gesamtsanierung der ehemaligen Synagoge in Kirrweiler. Spenden und die Erträge der Lotterie GlücksSpirale ermöglichen die Förderung.

Bei dem Synagogenbau handelt sich um einen halb unterkellerten kleinen Saalbau aus Bruchstein mit einer Reihe von vier Rundbogenfenstern. Ihn schließt ein Satteldach. Jahrelang stand das Gebäude leer. Aufgrund des unzureichenden Bauunterhalts stürzten Teile des Hauses ein. Die Deckenbalken mussten notgesichert und der Bau mit einem Notdach versehen werden. Um das denkmalgeschützte Anwesen zu erhalten, muss das völlig verwahrloste Gebäude mit Setzungsrissen und aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk grundlegend saniert und wieder hergerichtet werden.

Der Ursprung der jüdischen Gemeinde in Kirrweiler reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Eine erste Synagoge entstand 1689. 1766 kaufte die jüdische Gemeinde "von der ledigen Voegele, Tochter des Schutzjuden Sender in Kirrweiler" für 222 Gulden und 20 Kreuzer ein Grundstück im südöstlichen Ortsteil, auf dem eine neue Synagoge mit einem rituellen Bad erbaut wurde. 1844 errichtete man im vorderen Grundstücksteil ein Schul- und Lehrerhaus unmittelbar an die Synagoge angrenzend, wobei man sich für die Wahl von Material und Stil an dem Synagogenbauwerk orientierte.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die jüdische Gemeinde in Kirrweiler zu klein geworden und löste sich auf. Die Synagoge verkaufte man 1917. Sie diente in der Folgezeit als Lagerraum und Schreinerei. Später nutzte man sie auch als Wohnraum und veränderte dazu das Innere und die Fenster. Das Haus für den jüdischen Lehrer und die jüdische Schule wurde 1970 abgebrochen, um an der Stelle ein neues Wohnhaus bauen zu können.

Das Synagogengebäude aus dem 18. Jahrhundert gehört zu den über 190 Objekten, die die private DSD dank Spenden, Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte.