18.12.2019 – Thüringen

DSD-Vertrag für die St. Ägidienkirche in Heringen/Helme

Pietà in der Ägidienkirche in Heringen/Helme © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Innenraum der Ägidienkirche in Heringen/Helme © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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St. Ägidien in Heringen/Helme © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Eine Pietà aus Lindenholz

Ein Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 10.000 Euro als Beitrag für die Dachinstandsetzung der St. Ägidienkirche in Heringen/Helme erreicht in diesen Tagen Pfarrerin Sabine Meinhold. Die Förderung wurde möglich durch zweckgebundene Spenden und eine Zuwendung der Symphasis-Stiftung.

Die St. Ägidien Kirche liegt im Ortsteil Windehausen im thüringischen Landkreis Nordhausen. Die Kirche steht im östlichen Bereich des als Rundling angelegten Dorfes, das mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits im 10. oder 11. Jahrhundert als wendische Siedlung angelegt wurde. Der Sakralbau ist von einem weitläufigen, mit hohen Bäumen bewachsenen Kirchhof und dörflicher Bebauung umgeben. Die Kirche ist mit ihrem hohen Kirchturm die weithin sichtbare bauliche Dominante des historisch gewachsenen Dorfbildes.

Der westlich gelegene Kirchturm auf nahezu quadratischem Grundriss besitzt einen dunkelrot verputzten, achteckigen Fachwerkaufsatz und eine darüberliegende achtseitige Haube mit Laterne. Das Kirchenschiff hat ein mit Schiefer gedecktes Satteldach mit drei Giebelgauben je Seite. An den verputzten Längswänden ist der gerade geschlossene Chor leicht eingerückt. An der Südwand des Langhauses befindet sich ein hölzerner Emporenaufgang und an der Nordwand des Chores die Sakristei. Das Langhaus hat je Seite drei hohe, spitzbogige Fenster und an der Giebelseite des Chores eine dreiteilige Fenstergruppe und ein darüber liegendes, ovales Rundfenster.

Den barocken Innenraum überwölbt eine hölzerne Tonne. Den Raum bestimmt in seinem westlichen Teil eine zweistöckige Empore, den Chor dominiert der repräsentative Kanzelaltar. Bei der Innenausstattung der Kirche ist besonders die aus Lindenholz geschnitzte Pietà aus der Mitte des 15. Jahrhundert hervorzuheben.

Das Gotteshaus gehört zu den über 490 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.