19.11.2020 – Brandenburg

Ein Leben für die Pflanzen

Das Haus von Karl Foerster in Potsdam Bornim © Merk

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Blick in den Foerster-Garten in Potsdam Bornim © Merk

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Blick in den herbstlichen Foerster-Garten in Potsdam Bornim © Merk

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Das Haus von Karl Foerster in Potsdam Bornim © Merk

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Irmela Körner/Hans Bach, Karl Foerster – Der Stauden-Schöpfer,

Monumente Publikationen Bonn 2016 * Festeinband 24 x 26 cm * 176 Seiten * 201 meist farbige Fotos * 39,50 Euro * ISBN: 978-3-86795-084-8.

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Vor 50 Jahren starb der weltbekannte Staudenzüchter Karl Foerster in Potsdam-Bornim

Vor 50 Jahren, am 27. November 1970 starb in Bornim Karl Foerster. Der weltbekannte Staudenzüchter wurde am 9. März 1874 in Berlin geboren. Foerster lernte die Gärtnerei in der Schlossgärtnerei in Schwerin und in der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam. Nach weiteren „Lehr- und Wanderjahren“ gründete Foerster 1903 auf einem Stück gepachteten Gartens beim elterlichen Mietgrundstück in Berlin-Westend eine eigene Staudengärtnerei, die er 1910 nach Bornim bei Potsdam verlegte. Dort verwandelte er ein etwa 5.000 Quadratmeter großes Ackerland in sein Gartenreich. Es entstanden Foersters berühmter Senkgarten, Steingarten, das Herbstbeet und der Frühlingsweg. Die wohl von dem Gartenarchitekten und Gartenbaulehrer Willy Lange beeinflusste Gartenanlage wurde in den 1930er Jahren auch von Foersters Mitarbeiter Hermann Mattern umgestaltet.

1932 kamen erste Foerstersche Phlox-paniculata-Sorten in den Handel. In der Folge kreierte der Blumenfreund insbesondere neue Sorten von Rittersporn, Astern und Gräsern. Insgesamt gehen rund 370 Züchtungen auf ihn zurück. Foersters „Garten der sieben Jahreszeiten“ schuf durch die Kombination von winterharten Stauden, Gräsern, Farnen und Zwerggehölzen ein ganzjähriges, vielfältiges Gartenerlebnis, das seit 1981 unter Denkmalschutz steht. Es blieb nicht aus, dass der Bornimer Garten allein in Deutschland mehrfach nachgebaut oder zitiert wurde, selbst im Ausland wie zuletzt in Südkorea.

Foerster heiratete 1927 die Sängerin und Pianistin Eva Hildebrandt, die Tochter des Stettiner Kirchenmusikers Ulrich Hildebrandt. 1931 wurde Tochter Marianne geboren. Sie übernahm nach dreißigjähriger Tätigkeit in einem Brüsseler Gartenarchitekturbüro ab 1990 die Pflege des Gartens, insbesondere nachdem auch Eva Foerster 1996 verstorben war. Marianne Foerster bewahrte das Haus samt des bedeutenden Inventars und vermachte das Mekka der Gartenfreunde zur dauerhaften Erhaltung 2010 der neuen Jahre zuvor errichteten treuhänderischen Marianne Foerster-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Foersters Werk zählt zum gärtnerischen Kulturerbe. Wer den Meister näher kennenlernen will, sei auf ein Buch aus dem Verlag Monumente Editionen hingewiesen, in dem Freunde und Lebensgefährten, die in seinem Haus ein- und ausgingen, in Selbstzitaten Auskunft über den Staudengärtner geben. Das Buch ist nach Foersters sieben Jahreszeiten in sieben Kapitel unterteilt: Vorfrühling, Frühling, Frühsommer, Hochsommer, Herbst, Spätherbst und Winter. Den Text illustrieren mehr als 200 meist farbige Fotografien aus dem denkmalgeschützten Gartenidyll des Potsdamer Staudenmeisters.

Spenden und Zustiftungen in jeder Höhe sind möglich:
DSD Marianne Foerster-Stiftung
IBAN: DE98 3708 0040 0212 7994 02 * BIC: DRESDEFF370

Weitere Informationen:
www.denkmalschutz.de/denkmal/wohnhaus-und-garten-karl-foerster.html