20.05.2014 – Presse

Eröffnung der Wassermühle Schulze Westerath in Nottuln

Offen für Kulturveranstaltungen

Kurzfassung: Am 23. Mai 2014 um 10.30 Uhr wird die restaurierte Wassermühle Schulze Westerath in Nottuln eröffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die von 2007 bis 2011 für verschiedene Restaurierungsmaßnahmen insgesamt 210.000 Euro zur Verfügung stellte, ist bei dem Festakt durch ihre Ortskuratorin Münster, Sigrid Karliczek, vertreten. Am 24. Mai 2014 und am 25. Mai 2014 ist die Mühle jeweils von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr für die Bevölkerung offen. Die Wassermühle gehört zu den über 340 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Wassermuehle Schulze-Westerath in Nottuln © Annette Liebeskind/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Wassermuehle Schulze-Westerath in Nottuln © Annette Liebeskind/Deutsche Stiftung Denkmalschutz


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Langfassung: Der Förderkreis der Nottulner Wassermühle Schulze Westerath im Landkreis Coesfeld hat es geschafft. Das technische Denkmal, das an einem frequentierten Radwanderweg liegt, kann fortan als Anschauungsobjekt und kulturell genutzt werden. An den Wiederherstellungsmaßnahmen der Wassermühle beteiligte sich von 2007 bis 2011 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) viermal mit insgesamt 210.000 Euro. Bei dem Festakt zur Eröffnung der Mühle am Freitag, den 23. Mai 2014 um 10.30 Uhr ist die DSD durch ihre Ortskuratorin Münster, Sigrid Karliczek, vertreten. Am Samstag und Sonntag, den 24. und 25. Mai 2014, ist die Mühle jeweils von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr für Besucher offen.

Im Tal der Stever liegt malerisch eine ehemalige Doppelmühlenanlage. Ihr von alten Bäumen umstandenes Oberwasser ist teichartig, das Unterwasser als Kolk, als kleine Vertiefung am Grund des strömenden Gewässers, aufgeweitet. Die Hofstelle, zu der die Mühle gehört, wird als Klosterlehen und Sitz eines Schulten bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt.

Von der Doppelmühle ist der nördliche Bau nur noch in Fundamentresten erhalten. Die südliche Getreidemühle dagegen zeigt sich weiterhin als stattliches dreigeschossiges Mühlengebäude, das über einem hohen Bruchstein-Sockelgeschoss in sorgfältig behauenen Baumberger Sandsteinquadern errichtet wurde. Das zweite Obergeschoss betont ein umlaufendes profiliertes Gesims. Ein Walmdach mit einem in Fachwerk errichteten und mit Feldbrandsteinen ausgefachten Giebelfeld deckt den Bau. Unregelmäßig große, schmale Fenster, die zum Teil mit profilierten Gewänden eingefasst sind, gliedern die Fassaden. In das Untergeschoss führt eine Tür mit mächtigem Sturz, in die Supraporte ist eine Sonnenuhr und die Jahreszahl 1666 eingemeißelt.

Die Technik im Inneren ist weitgehend erhalten. Im Erdgeschoss steht eine Francis-Turbine aus dem Jahr 1928, im ersten Obergeschoss die hölzernen Mahlgänge mit Bütte und Gosse sowie die Holzkonstruktion mit Transmission zum Transport von Getreidesäcken. Das zweite Obergeschoss diente als Wohngeschoss.

Aufgrund fehlender statischer Einbindung hatte sich die südwestliche Außenwand stark verformt. Statisch gefährdet war auch die Giebelseite des Dachgeschosses. Das gesamte Gebäude stand schief und wies Feuchteschäden auf. Nach der Sicherung der Mühle wurde die südwestliche Außenwand gegen ein weiteres Kippen gesichert. Der Dachstuhl, die Fachwerkgiebelwände und das teilweise vorhandene hölzerne Innentragwerk wurden sorgfältig repariert. Das Auseinanderdriften der Fassaden wurde gestoppt. Klaffende Fassadenrisse wurden gegen das weitere Eindringen von Feuchtigkeit verschlossen. Ebenso wurden die Außenanlagen neu gestaltet und das Hangwasser durch eine Drainage in den Mühlenteich geführt.

Die Wassermühle, die nun wieder klappert und öffentlich begehbar ist, lädt neben der Möglichkeit zur Besichtigung der funktionstüchtigen Kornmühle auch zu Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen ein. Sie ist eines von über 340 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.