08.06.2021 – Sachsen-Anhalt

Fassade des Gasthofs Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz wird saniert

Detailansicht des Gasthofs Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Der Gasthof Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Fenster im Gasthof Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Detail - Gasthof Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Ein besonderes Förderprojekt der DSD

Dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 20.000 Euro für die Putzarbeiten im Rahmen der Sanierung der Südfassade und des angrenzenden Seitenflügels beim Gasthof Zum Eichenkranz in Oranienbaum Wörlitz zur Verfügung. Der „Eichenkranz“ ist eines von über 610 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

Die dreigeschossige klassizistische Dreiflügelanlage aus Fachwerk über einem hohen massiven Kellergeschoss ließ Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau von 1785 bis 1787 als Gästehaus in der Form eines Torhauses errichten. Das stadttorgleiche Gebäude fungiert als Bindeglied zwischen den Wörlitzer Parkanlagen und der Stadt Wörlitz. Die Parkseite ist verputzt, der sich zur Stadt hin öffnende Bereich fachwerksichtig. Die Fensterfront an der Parkseite ist in neogotischen Formen, die Durchfahrt in der Gebäudemitte hat man mit einem spitzbogigen Kappengewölbe mit aufgelegten Rippen in gotisierenden Formen gestaltet.

Im Innern hat sich die wertvolle klassizistische Ausstattung mit Kaminen, bemalten Leinwandtapeten, Stuckdecken, Paneelen, Fenstern und Türen erhalten. Die Gästezimmer waren nach europäischen Städten wie London, Paris oder Konstantinopel benannt. In dem Komplex logierten um 1800 führende Vertreter der Geisteswelt, wie Goethe, Hölderlin, die Brüder Gilly, Schinkel und Novalis. Umbauten erfolgten um 1930.

Das Gebäude war jahrelang ohne Nutzung. Aufgrund der nur eingeschränkt möglichen Baupflege kam es insbesondere zu Feuchtigkeitsschäden in der Fachwerk- und Dachkonstruktion und zu Setzungsschäden. Nachdem die Stadt Wörlitz das Gebäude zu Beginn des neuen Jahrtausends von einer Erbengemeinschaft erwarb, übernahm es der Verein „Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs“ 2004 auf Basis des Erbbaurechts. Damit begannen die ersten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten. Mit Hilfe der DSD konnten die statische Sicherung durchgeführt sowie das Badehaus und der Gartenpavillon komplett saniert werden.

Der Gesamtkomplex wird gastronomisch, für kleinteilige Ladennutzung und als Wörlitz-Information genutzt. Nach einem von Deutschlandfunk und DSD im Wörlitzer Eichenkranz veranstalteten Grundton D-Benefizkonzert half eine private Spende in Höhe von 1.000.000 Euro der „Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs“ Fördermittel von Bund und der EU zu beantragen, so dass die erfolgreiche Gesamtsanierung des Eichenkranzes möglich wurde.