07.06.2021 – Baden-Württemberg

Fassadensanierung am Kloster in Binsdorf

Dominikanerinnenkloster Binsdorf in Geislingen * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Blick in den Garten des Dominikanerinnenklosters Binsdorf in Geislingen * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Gartenhaus im ehemaligen Dominikanerinnenkloster Binsdorf in Geislingen * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Feuchtigkeitsschäden und ein einsturzgefährdetes Gartenhaus

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster von Binsdorf bei Geislingen besitzt mit seiner außergewöhnlich gut erhaltenen, qualitätvollen Ausstattung aus der Barockzeit überregionale Bedeutung. Dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nun die Fassadensanierung des Bauwerks mit 100.000 Euro. Das bis 1560 stets Klause genannte Gebäude ist eines der über 370 Objekte, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Das heutige Pfarr- und Gemeindehaus wurde 1390 errichtet. 1280 hatten sich an dieser Stelle Beginen niedergelassen, die sich 1312 dem Schutz des Dominikanerordens unterstellten. Noch vor Jahrhundertende erbaute der Orden ein großes Haus, das 1686 weitreichend verändert worden ist. Der langgestreckte Klausurtrakt sitzt seither mit seiner Ostfront auf der ehemaligen Stadtmauer auf. Der barocke Klostergarten östlich des Gebäudes wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. 1806 wurde das Kloster aufgehoben, die Gebäude überließ man der Kirchenpflege als Pfarrhaus.

Das 1686 über dem älteren Kern errichtete Gebäude besitzt weiterhin umfangreiche barocke Ausstattungselemente, angefangen bei den Steinfußböden und Deckengemälden, über die Raumoberflächen und den Stuck bis hin zu den Türen und der hölzernen Ausstattung. Auch der Dachstuhl ist barock. Im angrenzenden Garten sind die barocken Wegestrukturen, steinerne Gestaltungselemente sowie ein hölzerner Pavillon erhalten. Der barocke Klostergarten in Terrassenform stellt eine Besonderheit in der Region dar.

Aufgrund jahrzehntelang nur notdürftig vorgenommener Bauunterhaltung weist das riesige Klostergebäude ein ausgeprägtes Schadensbild auf. Die Dach- und Deckenkonstruktionen sind stark durchfeuchtet, die Dachbalken senken sich bereits ab. Ebenso ist das Mauerwerk im Kellerbereich umfassend feuchtigkeitsgeschädigt. Weiterhin lassen sich Mauerwerkrisse, Ausbrüche und Putzabplatzungen feststellen. Beim völlig verwahrlosten Garten sind die Grundstücksmauern und das Gartenhaus vom Einsturz bedroht. Die Mauer weist starke Verformungen, größere Ausbruchstellen und lose sitzende Steine auf. In einem ersten Bauabschnitt wurde im vergangenen Jahr mit Dach und Fassade begonnen, auch hieran hat sich die DSD beteiligt. Künftig soll das Gebäude neben der Nutzung als Pfarr- und Gemeindehaus auch Wohnungen und Tagungsräume anbieten können.