28.07.2020 – Mecklenburg-Vorpommern

Fensterrestaurierung im Gesindehaus des Gutshauses Below in Grabow

Gesindehaus des Gutshauses Below in Grabow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Fenster des Gesindehauses des Gutshauses Below in Grabow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Fenster des Gesindehauses des Gutshauses Below in Grabow © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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In Anerkennung der bisherigen Leistungen

15.000 Euro stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale für die Aufarbeitung und Rekonstruktion der Fenster im Gutshaus Below in Grabow zur Verfügung. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Das Gutshaus gehört zu den über 550 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

In diesem Jahr sollen die Fenster des 1840 an der südlichen Seite angebauten Gesindehauses aufgearbeitet werden. Alle noch vorhandenen Originalfenster werden denkmalgerecht aufgearbeitet, Rekonstruktionen werden nach historischem Vorbild in das Gesamtbild eingefügt.

Das Gutshaus Below an der A19 bei Wittstock/Dosse wurde um 1680 erbaut und 1741 erweitert. 1860 legten die Besitzer den englischen Landschaftspark an. Das Anwesen, das den Mittelpunkt des kleinen Ortes Grabow bildet, ist bereits sehr sorgfältig restauriert worden, wofür das Eigentümerehepaar 2014 mit dem Ersten Preis des „Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege“ ausgezeichnet wurde. Die Förderung ist auch eine Anerkennung der bisherigen Leistungen der Bauherren.

Das Gut kann auf eine beeindruckende Geschichte zurückblicken. Der Landwirt Fritz von Risselmann, der das Gut 1938 erwarb, fiel 1945 an der Westfront. Er hinterließ das Anwesen seiner Frau Sibylle, die gegen Ende der NSDAP-Herrschaft für Tausende Häftlinge des Todesmarsches durch den Belower Wald eine geheime Suppenküche einrichtete, die für manche zur Lebensrettung wurde. Nach Kriegsende verließ Sibylle von Risselmann Below und gelangte als Köchin über Berlin und London nach Sydney in Australien. Nach der Wende besuchte sie das Gut noch einmal.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges zog die sowjetische Militäradministration in das Gutshaus ein. Sie ordnete die Enteignung an und führte die Bodenreform mit der Aufteilung in 37 Parzellen durch. Zwischenzeitlich diente das Gutshaus heimatvertriebenen Flüchtlingsfamilien als Unterkunft. Das Haus beherbergte zu seiner Zeit einen Konsum, eine Schule und eine Arztpraxis. 1984 wurden die Nebengebäude umfangreich abgerissen. Das Gutshaus selbst entging diesen Maßnahmen nur durch die Weigerung der letzten Mieterin auszuziehen. Seit 1991 befindet sich das Gutshaus Below wieder in Privatbesitz. Die Eigentümer führen regelmäßig öffentliche Kulturveranstaltungen durch.