06.09.2018 – Tag des offenen Denkmals , Nordrhein-Westfalen

Festprogramm zur Eröffnung des Bahnhofs Metelen Land

Ein voll funktionsfähiger Museums-Bahnhof

Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte vor zwei Jahren für die Wiederherstellung der Fachwerkkonstruktion am Bahnhof Metelen Land 50.000 Euro zur Verfügung. Nun laden Bürgermeister Gregor Krabbe und der erste Vorsitzende der Eisenbahner-Interessengemeinschaft (EIG) e.V., Horst Pitlinski, im Rahmen des Bahnhofsfestes der IEG und des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, den 9. September 2018 um 12.00 Uhr zur offiziellen Freigabe des Bahnhofs, Naendorf 74 in Metelen nach der Sanierung des Gebäudes ein. Nach einem kurzen Festprogramm sind die Räumlichkeiten des Bahnhofmuseums zu besichtigen.

Der Bahnhof Metelen Land liegt an der im Zuge der Industrialisierung 1875 eingerichteten Bahnstrecke Münster-Enschede. Die Bahnverbindung ermöglichte der Gemeinde mit ihrer heimischen Textilindustrie und ihren landwirtschaftlichen Produkten konkurrenzfähig zu bleiben. Zu der Bahnhofsanlage gehörten neben dem Empfangsgebäude ein Güterschuppen mit elf Lagerplätzen und 1240 Quadratmetern Nutzfläche, eine Trinkwasser-Zisterne, ein 1911 errichtetes Nebengebäude mit Toilettenanlagen und einer Waschküche für den Bahnhofsvorsteher und Stallungen für Kleinvieh. Metelen-Land galt als Station III. Klasse mit einem gemeinsamen Warteraum für Reisende der I. bis IV. Klasse. Später erweiterte man das Empfangsgebäude durch einen zweigeschossigen Anbau für die Reisenden der beiden ersten Klassen. 1907 erhielt der Bahnhof einen zusätzlichen Wartesaal für die Fahrgäste der unteren Klassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Bahnhof seine Selbständigkeit. 1969 wurde der Stückgutverkehr eingestellt, 1975 der Gepäck- und Expressgutverkehr. 1973 wurde die Güterhalle abgerissen.

Das zweigeschossige historische Empfangsgebäude aus dem Jahr 1875 erhebt sich über dem hohen Erdgeschoss aus unverputztem Ziegelmauerwerk mit Stichbogenfenstern. Bei dem leicht herausragenden Obergeschoss ist das Fachwerk mit Andreaskreuzen, Ziegelausfachung und Spitzfenstern verziert. Ein flachgeneigtes, weit hervorragendes Dach deckt den Bau.

Unterhalten wird das voll funktionsfähige mechanische Stellwerk des Bahnhofs, mit Gleisanlage, Weiche, Orts- und Fernschranke, Handhebeldraisine, Salon- und Werkstattwaggons, Fahrkartendrucker, Personenwaage und Industriediesellok vom Eisenbahnverein. Der Bahnhof ist von besonderer Bedeutung für die regionale Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte und gehört zu den über 400 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.