01.08.2014 – Presse

Heilandskapelle in Frankurt an der Oder

Drachenkopf als Kirchenschmuck

In Frankfurt an der Oder halten der Friedhof des Kriegsgefangenenlagers und die Heilandskapelle im Eichenweg 41 die Erinnerung an die Schrecken des Ersten Weltkriegs wach. Aus diesem Anlass und zum Abschluss der Restaurierung des Kirchenschiffs der Kapelle finden am Sonntag, den 3. August um 9.00 Uhr eine Ökumenische Andacht mit Totengedenken auf dem Friedhof und um 10.00 Uhr ein Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Heilandskapelle statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat die Instandsetzung des Kirchenschiffs in den beiden vergangenen Jahren mit insgesamt 47.000 Euro unterstützt und erfreulicherweise den Abschluss der Restaurierung sichern können.

Die Heilandskapelle in Frankfurt an der Oder wurde 1915/1916 von kriegsgefangenen Russen in traditioneller Blockbauweise mit reichem Schnitzwerk auf Kalkstein- bzw. Ziegelmauerwerkfundamenten erbaut. Fast alles in der Kirche, einschließlich des Altartischs und des Lesepults, ist aus Holz.

Kirchenschiff und Chor sind rechteckförmig, der Westturm an das Schiff angebunden. Die Außenwände sind dreifach ausgeriegelt und außenseitig mit horizontalen Halbrundhölzern verkleidet. Innenseitig existiert eine horizontale und vertikale Vollschalung. Ein in seiner symbolischen Bedeutung ungeklärtes Drachenkopfmotiv ist in der gesamten Kirche vorzufinden. Die Riegelköpfe der Hauptgebinde, die Fensterstürze und die Deckenleuchter sind mit diesem ungewöhnlichen Motiv verziert, das an skandinavische Schmuckformen erinnert. Auch die Firstlinie des Kirchenschiffes wurde früher durch einen Drachenkopf verlängert, ebenso das Turmdach. Das Kirchenschiff hat eine Sänger-empore und einen Theaterraum, der jetzt als Winterkirche genutzt wird.

Die Heilandskapelle ist ein außergewöhnliches Baudenkmal, das zu den wenigen Gotteshäusern zählt, die in Folge der Haager Landkriegsordnung von 1907 während des Ersten Weltkriegs in Kriegsgefangenenlagern entstanden sind. Sie gehört heute zu den über 550 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Brandenburg fördern konnte.