02.01.2018 – Bayern

Hilfe für das Juliusspital in Würzburg

Das Juliusspital in Würzburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Der städtebauliche Ansatz macht barockes Gebäude zum Denkmal

Für die Restaurierung des Fürstenbaus in Würzburg stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale 20.000 Euro zur Verfügung. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Walter Herberth, Oberpflegeamtsdirektor der Stiftung Juliusspital, in diesen Tagen. Das von Julius Echter 1576 gegründete Juliusspital ist eines von über 380 Projekten, die die Bonner Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Julius Echter von Mespelbrunn gründete 1576 in aufrichtiger sozialer Absicht die Stiftung Juliusspital, die seither in den Bereichen Krankenhaus, Seniorenstift und einigen Berufsfachschulen humanitär tätig ist. Der barocke Fürstenbau befindet sich im Nord-Westen der vierzügigen Anlage des Julius-Spitals. Der mit zahlreichen aufwändigen Natursteinausschmückungen verzierte Bau ist der dritte an dieser Stelle. Das erste 1585 von Georg Robin erbaute Gebäude fiel einem Brand zum Opfer und wurde von 1699 bis 1714 von Antonio Petrini und Joseph Greising neu im Barockstil errichtet. Auch diese Spitalanlage fiel einem Feuer zum Opfer. Zwischen 1745 und 1749 errichtete sie Balthasar Neumann nach Plänen Petrinis wieder. Die bildhauerischen Arbeiten von Balthasar Esterbauer und Tobias Ungleich schmückten fortan den Fürstenbau. 1789 zog die Pfarrkirche St. Kilian in das Gebäude.

Bei einem alliierten Bombenangriff 1945 wurde das östliche Gebäudedrittel völlig zerstört, die beiden westlichen Gebäudedrittel mit dem Fürstenbau schwer geschädigt. Bis 1953 baute man die Anlage wieder auf.

Die Denkmaleigenschaft des Gebäudes liegt folglich nicht in der barocken Bausubstanz, sondern im städtebaulichen Ansatz des Wiederaufbaus, auch wenn der Fürstenbau damals mit seiner prachtvollen Fassade und der reichen Bauskulptur aufwendig rekonstruiert worden ist.

Der gesamte Baukomplex ist ein schmalrechteckiger dreigeschossiger Vierflügelbau über dem Grundriss des 16. Jahrhunderts. Den Nordflügel deckt ein Satteldach und umgibt im Erdgeschoss ein Arkadengang. Der mittlere dreieinhalbgeschossige Fürstenpavillon deckt ein Mansardwalmdach. Der reiche Figurenschmuck hebt ihn besonders hervor. Die übrigen dreigeschossigen Flügel zur Straße sind teils mit Satteldächern bzw. Mansardwalmdächern auf den Mittel- und Eckpavillons gedeckt. Bei der Wiederherstellung in den 1950er Jahren wurden die Rücklagen um ein Stockwerk erhöht.