07.06.2021 – Thüringen

Hilfe für denkmalgeschützte Grabmale auf dem Johannisfriedhof in Jena

Blick auf ein Detail auf dem Johannisfriedhof in Jena * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Detail auf dem Johannisfriedhof in Jena * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Blick auf ein Detail auf dem Johannisfriedhof in Jena * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertesacker

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Großes freiwilliges Engagement ist bewundernswert

Für die Sicherung von denkmalgeschützten Grabmalen im nordöstlichen Bereich des Johannisfriedhofs in Jena stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 15.000 Euro zur Verfügung. Die spendensammelnde Denkmalschutzstiftung mit Sitz in Bonn hat bereits zweimal Erhaltungsmaßnahmen auf dem Friedhof unterstützt. Der Johannisfriedhof gehört zu den über 500 Objekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.

Der Johannisfriedhof von Jena liegt mit seiner parkähnlichen Anlage nahe des Stadtzentrums gleich neben dem Botanischen Garten. Er wurde vermutlich im Mittelalter außerhalb der Stadtmauern angelegt. Im 19. Jahrhundert wurde er zu klein und seit den 1940er Jahren wurden keine weiteren Grabstätten mehr angelegt. Seit 1978 wird der Johannisfriedhof als Park genutzt.

Das Friedhofsareal ist etwa zwei Hektar groß und viele Grabstätten verdienstvoller Jenaer Bürger aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind erhalten. Diese aufwändig gestalteten historischen Grabanlagen bewahren zusammen mit den breiten Alleen, jahrhundertealten Laubbäumen und zahlreichen Sitzbänken den Charakter früherer Zeiten, so dass der Friedhof zu einer Sehenswürdigkeit in der Innenstadt von Jena geworden ist.

Bedeutende Grabmale sowie die Doppelstationstafel aus dem Jahr 1484, die Kreuztragung und Kreuzigung darstellen, wurden von dem ältesten, aber aus verkehrstechnischen Gründen aufgegebenen Friedhofsteil um die Johanniskirche auf das heutige Gelände versetzt. Das Sandsteinepitaph für Jutta Selber von 1382, das älteste erhaltene Grabmal, hat seinen Platz in der Kirche gefunden.

Aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung war der Friedhof ziemlich verwildert. Ein Großteil der hier befindlichen Bäume sind durch Flugsamen entstanden, woraus ein Waldfriedhof entstand, der inzwischen in unmittelbarer Nähe des Zentrums auch als grüne Lunge fungiert. Nachdem sich im Jahre 2015 ein Förderverein gegründet hat, begannen im Jahr 2016 die ersten Sanierungen an historischen Grabstätten. Unter anderem wurde die Grabstätte von Carl Zeiss an alter Stätte wieder aufgerichtet. Die Maßnahmen umfassen auch die Parkpflege, dabei wurden vor allem abgestorbene Bäume beseitigt, eine historische Sichtachse freigeschnitten und große und wertvolle Bäume besonders gepflegt. Im Rahmen regelmäßiger, freiwilliger Aktionen räumen die Vereinsmitglieder gemeinsam mit Sympathisanten die Anlage auf, pflegen die Wege, mähen und schneiden im kleinen Stil zurück.