31.07.2014 – Presse

Hilfe für Kirchtürme in Tiergarten-Moabit

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Heilige-Geist-Kirche

Kurzfassung: Für die Instandsetzung der Türme der Evangelischen Heilige-Geist-Kirche in Tiergarten-Moabit überbringt Julia Beier vom Kuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am 3. August 2014 nach dem 10.00 Uhr-Gottesdienst im Beisein von Beatrice Rügge und Thomas Dumke von Lotto Berlin einen Fördervertrag der DSD an Pfarrerin Katrin Rebiger. Damit stehen 20.000 Euro für die dringend erforderliche Instandsetzung der Türme zur Verfügung. Die Kirche gehört nunmehr zu den über 150 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte.

Langfassung: Für die Instandsetzung des Hauptturms und der beiden Nebentürme der Evangelischen Heilige-Geist-Kirche in der Perleberger Straße in Berlin Tiergarten-Moabit überbringt Julia Beier vom Kuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) am Sonntag, den 3. August 2014 nach dem 10.00 Uhr-Gottesdienst im Beisein von Beatrice Rügge und Thomas Dumke von der Deutschen Klassenlotterie Berlin einen Fördervertrag der DSD an Pfarrerin Katrin Rebiger. Damit stehen 20.000 Euro für die notwendigen Maurer- und Putzarbeiten sowie die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten an den drei Türmen zur Verfügung.

Die 1905/1906 im historisierenden gotischen Stil nach Plänen von August Georg Dinklage und Ernst Paulus errichtete evangelische Heilige-Geist-Kirche bildet den städtebaulichen Mittelpunkt des Stephankiezes im Berliner Ortsteil Moabit. Der sechseckige Mauerwerksbau ist mit roten Rathenower Ziegeln verblendet. Der Turm bildet mit seinen drei Portalen den Zugang zur Vorhalle des Gotteshauses. Den 78 Meter hohen sechsseitigen Kirchturm flankieren zwei Treppentürme. In ihm befinden sich die Glocken und die elektrische Turmuhr. Drei Bronzeglocken wurden im Ersten, das zweite Geläut im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1954 erhielt die Kirche drei Gussstahlglocken, die aus der von Jürgen Kröger 1904/1906 erbauten Melanchthonkirche am Planufer in Kreuzberg stammen, die 1924 von der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer hergestellt wurden.

Den Kirchenraum mit seinen ehemals über 900 Plätzen prägen hohe Pfeiler mit Akanthuskapitellen, die ein sechsteiliges Sterngewölbe tragen. Die beiden Sitzreihen im Parterre sind entsprechend dem Wiesbadener Programm radial um die an einer Stelle konzentrierten Prinzipalstücke angeordnet. Dinklage und Paulus schufen mit der Heilige-Geist-Kirche die konzeptionell zweckmäßigste und fortschrittlichste Kirche im spätwilhelminischen Berlin.

Der Kircheninnenraum befindet sich nach umfangreichen Baumaßnahmen 2011 in gutem Zustand. Die Gemeinde verfolgt das Konzept der "offenen Kirche" und hat daher das Gemeindebüro in den Kirchenraum verlagert. Die Grundinstandsetzung des unteren Teils des Hauptturms konnte bisher aus Kostengründen noch nicht erfolgen. Eine Begehung auf dem Gerüst hat den schlechten Zustand der Dächer der Nebentürme und die Erfordernis ihrer Neueindeckung deutlich gemacht. Außerdem werden die Fassadenflächen gereinigt und neu verfugt. Wo Steine fehlen, werden diese ausgetauscht oder ergänzt.

Die Kirche gehört nunmehr zu den über 150 Projekten, die die private und bundesweit tätige Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte.