13.04.2017 – Niedersachsen

In der St. Johanniskirche in Oederquart wird die Arp-Schnitger-Orgel neu geweiht

Arp-Schnitger-Orgel in der St. Johanniskirche in Oederquart © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Arp-Schnitger-Orgel in der St. Johanniskirche in Oederquart © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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St. Johannis in Oederquart © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Großer Einsatz für die Musik

Am Ostersonntag, den 16. April 2017 um 15.00 Uhr feiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Johannis in Oederquart im Verlauf des Festgottesdienstes mit Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy die Weihe der restaurierten Arp-Schnitger-Orgel. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die bei der Feierlichkeit durch ihren Ortskurator Stade, Dieter Kunze, vertreten wird, beteiligte sich im vergangenen Jahr mit 20.000 Euro an der Wiederherstellung des wertvollen Instruments, das von Kreiskantor Professor Martin Böcker eingespielt wird.

Die in wesentlichen Teilen noch heute vorhandene Arp Schnitger-Orgel in der spätgotischen St. Johanniskirche ist eine der von ursprünglich 160 Orgeln aus der Werkstatt des berühmten Orgelbauern weltweit noch vorhandenen 35 Instrumente. Davon zählt die Orgel in Oederquart als Nummer 4.

Die von 1678 bis 1682 erbaute Orgel besaß 28 Register auf 3 Manualen und einem angehängten Pedal. Möglicherweise übernahm Schnitger das vorhandene Gehäuse der Vorgängerorgel von Antonius Wilde. 1864/1865 baute Johann Hinrich Röver aus Stade das Instrument durchgreifend um, nachdem zuvor nur geringfügige Arbeiten an der Orgel vorgenommen worden waren.

Im Jahr 2000 konnte die Orgelbaufirma Hillebrand aus Altwarmbüchen in einem ersten Bauabschnitt eine erste Restaurierung der Orgel abschließen. Weitere Bauabschnitte führte 2013/2015 die Fachfirma Rowan West aus Ahrweiler aus. Nun nach Fertigstellung erklingt die Orgel mit 28 Registern wieder genau so, wie sie von Arp Schnitger 1682 abgeliefert wurde.

Schnitger-Orgeln sind in Deutschland, Holland, Portugal und Brasilien erhalten. Wegen ihrer hohen Qualität und mittlerweile Rarität streben die „Schnitger Länder“ eine Anerkennung der Instrumente als Weltkulturerbe an.

Die Johanniskirche wird nicht nur kirchlich genutzt. Orgelführungen und -exkursionen, Konzerte, CD-Produktionen, Programme und Konzerte für Kinder und Jugendliche sowie eine Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Orgelakademie Stade demonstrieren das hohe Engagement der Gemeinde für die Musik.

Die Orgel in der St. Johanniskirche gehört zu den über 360 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.