21.06.2021 – Bayern

Inneninstandsetzung eines Bürgerhauses in Miltenberg wird gefördert

Bürgerhaus in Miltenberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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Bürgerhaus in Miltenberg, Decke © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Bürgerhaus in Miltenberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

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Bauzeitliche Boden- und Deckenkonstruktionen

An der Inneninstandsetzung eines Bürgerhauses in der Hauptstraße von Miltenberg beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 25.000 Euro. Das Denkmal ist eines von über 500 Objekten, die die DSD dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.

Hangseitig unterhalb der Mildenburg liegt am höchsten Punkt des sogenannten "Schnatterlochs" ein Bürgerhaus, das zum Altstadt-Ensemble gehört. Der dreigeschossige Satteldachbau am Marktplatz hat ein massives bruchsteinernes Erdgeschoss, das Werksteinrahmungen aus mehreren Bauphasen ergänzen. Der Giebel, der bis in das zweite Obergeschoss reicht, und die bergseitige Traufseite sind in Buntsandstein und Ziegel ausgeführt. Die teilweise hervorragenden Fachwerk-obergeschosse wurden mehrfach umgebaut.

Das über annähernd quadratischem Grundriss errichtete Haus wurde laut dendrochronologischer Untersuchungen 1360 erbaut. Die dem Schnatterloch zugewandte Hausseite zeigt größtenteils noch das bauzeitliche Fachwerk mit kurzen Bügen, während die Marktplatzseite im 18. und 19. Jahrhundert eingreifend mit konstruktivem Fachwerk umgebaut wurde. Zum Tal hin ist dem Gebäude ein Anbau mit Pultdach und ein Zugang zu dem unter dem Wohnhaus in den Fels gegründeten Gewölbekeller aus dem Jahr 1530 vorgebaut. Bergseitig wurde eine Remise angelegt, unter der sich ein weiterer, größerer Gewölbekeller, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, befindet.

Das Innere des Wohnhauses ist fast durchgehend mit je vier etwa gleich großen Räumen pro Geschoss gegliedert. Teile der bauzeitlichen Boden- und Deckenkonstruktionen sind inklusive der dazugehörigen Fassungen noch vorhanden. Lediglich das Dachwerk ist in der Zwischenkriegszeit ersetzt worden.