09.03.2017 – Jugend , Nordrhein-Westfalen

Jugendbauhütten-Teilnehmerin Judith Macherey kehrt nach einem Auftrag aus Japan zurück

Judith Macherey in Japan © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Judith Macherey in Japan © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Judith Macherey in Japan © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Judith Macherey, Teilnehmerin des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege in der Jugenbauhütte NRW_Rheinland © Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Kopf oder Hand

Die Firma Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG gehört zu Bonn wie Haribo. Und wie der Gummibärchenhersteller operiert auch der Musikinstrumentenbauer global. Am Donnerstag, den 16. März 2017 zum Beispiel kehren Mitarbeiter der Orgelbaufirma aus Japan zurück. Unter ihnen befindet sich Judith Macherey. Die Teilnehmerin am Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege gehört zur Jugendbauhütte NRW Rheinland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Als Einsatzstelle hat sich die 19-jährige eben für Bonns Orgelbau Klais entschieden.

Alljährlich können dank einer Vielzahl von Partnern und Förderern Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege (FSJ) in mittlerweile 14 Jugendbauhütten der DSD in der Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) absolvieren. Etwa 20 Freiwillige pro Jugendbauhütte können jedes Jahr aufgenommen werden. Die jungen Leute erhalten die Gelegenheit, sich einen Einblick in verschiedene Handwerke und denkmalrelevante Berufe zu verschaffen und auch selbst bei Arbeiten an lokalen Monumenten Hand anzulegen.

Ein Besuch in Japan ist auch bei Klais nicht alltäglich. Vor der Erweiterung des Musashino College of Music wurde die Orgel an ihrem angestammten Platz abgebaut, renoviert und nun, in den vergangenen vier Wochen, wieder aufgebaut. Ansonsten besteht Machereys Arbeit in ihrer Einsatzstelle aus „viel Orgelreinigung“, vielen Reisen, dem Zuschneiden und Bohren von Rastern für die Pfeifen, dem Bau von Windladen und dem Stimmen der Pfeifen, die vor jeder Reise sachgerecht und sicher verpackt werden müssen.

Was Macherey nach dem FSJ beruflich machen wird, entscheidet sie noch. „Kunst und Architektur haben für mich einen sehr hohen Wert.“ Generell geht es in die Richtung Kunst. Ob es aber ein Studium der Kunstgeschichte oder der Architektur oder aber eine Ausbildung zur Restauratorin oder Bühnenbildnerin wird, „ist noch offen“. Manche Dinge muss man „mit dem Kopf machen und andere mit der Hand“.

Auch bei dieser Entscheidung kann das Jahr in der Jugendbauhütte helfen. Da die Jugendbauhüttler neben der praktischen Arbeit in sechs Wochenseminaren auch die erforderlichen theoretischen Kenntnisse für die Aufgaben der Denkmalpflege erhalten, können sie einen umfassenden Überblick über die Aufgaben von Denkmalschutz und Denkmalpflege erwerben - und dabei, gleichsam nebenher Klarheit über ihre beruflichen Neigungen und Fähigkeiten gewinnen.