11.12.2019 – Mecklenburg-Vorpommern

Maler- und Restaurierungsarbeiten in der Turmkapelle des Schweriner Doms

Blick ins Innere des Schweriner Doms © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Blick vom Dach des Schweriner Doms © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Blick ins Gewölbe des Schweriner Doms © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Treppe im Schweriner Doms © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Ein herausragendes Werk der norddeutschen Backsteingotik

An den Maler- und Restaurierungsarbeiten in der Turmkapelle des Schweriner Doms beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden noch in diesem Jahr mit 20.000 Euro. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Pastor Volker Mischock in diesen Tagen. Der Dom, ein herausragendes Werk der norddeutschen Backsteingotik, ist eines von über 550 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Der heutige Dom in der Altstadt von Schwerin ist vermutlich der dritte Bau an dieser Stelle. Zuvor standen dort eine Holzkirche und ein romanischer Dom. Der gotische Backsteinbau wurde wahrscheinlich vor 1270 begonnen. Der Chor wurde bis 1327 vollendet, bis 1374 das Langhaus fertiggestellt. Die Wölbung des Mittelschiffs war jedoch erst 1416 abgeschlossen. Die „Paradies-Pforte“ am südlichen Turmseitenschiff stammt vom romanischen Vorgängerbau. Die aus rotem Backstein gemauerte dreischiffige Basilika mit Querhaus, Chorumgang und Kapellenkranz besitzt einen hohen, neugotischen Westturm aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Sakralbau hat eine äußere Länge von rund 100 Metern, einen Kirchturm von 117 Metern und eine Scheitelhöhe des Mittelschiffs von 26 Metern. Das Langhaus wird von Strebepfeilern gestützt. Das ebenfalls dreischiffige Querhaus bildet Kreuzflügel. Der anschließende Chor besitzt ein Polygon im Binnenchor. An den Chorumgang schließen fünf radial angeordnete, dreiseitig geschlossenen Kapellen an, die einheitlich überdacht sind.

Das Kircheninnere prägen schlanke, spitzbogige Arkadenbögen mit darüber liegenden dreiteiligen, spitzbogigen Fenstern. Das Innere überfangen Kreuzrippengewölbe, wobei die Vierung durch ein besonders prächtiges Sterngewölbe hervorgehoben ist. Das Hochschiff des Querhauses ist mit Netzgewölben überspannt. Das nördliche Seitenschiff des Querhauses ist durch das Einziehen einer Empore zweigeschossig, welche bereits vor 1327 errichtet wurde. Die Kapellen sind durch sechsteilige Gewölbe mit dem Chorumgangsjochen räumlich verschmolzen. Im Untergeschoss befindet sich die Kapelle Mariae Himmelfahrt. Die reiche Ausstattung des Doms geht hauptsächlich auf die Neugestaltung aus dem Jahr 1867 zurück. Besonders wertvoll sind die Ladegast-Orgel von 1871, der spätgotische Flügelaltar von 1490, die Renaissance-Grabmäler für Herzog Christoph und Elisabeth von Schweden von dem flämischen Bildhauer Robert Coppens und das aus der Vischer-Werkstatt stammende Bronze-Epitaph der Herzogin Helena von Mecklenburg.