14.02.2019 – Sachsen-Anhalt

Marmorfuß der Taufschale von St. Nikolai in Quedlinburg gesucht

Barockes Taufbecken ohne den gesuchten Steinfuß in der Kirche St. Nikolai in Quedlinburg © StNikolai

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"Zwillings"-Taufbecken mit Steinfuß in der St. Aegidii-Kirche in Quedlinburg © Wolfgang Fuchs

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Maße der Taufschale: Beckenrund 85 Zentimeter, Fußrund (unten) 64 Zentimeter und Höhe 101 Zentimeter (mit Taufschale; ohne Taufschale 78 Zentimeter).

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DSD schließt sich dem Aufruf von Pfarrer Gentz an

Zweckdienliche Hinweise erbittet Pfarrer Martin Gentz an sich oder den Gemeindekirchenrat. Sie werden vertraulich behandelt. Seit Ende der 1960er Jahre fehlt der marmorne Fuß unter der barocken Taufschale in St. Nikolai in Quedlinburg. Während der damaligen umfangreichen Restaurierungsarbeiten in der Kirche wurden Schale und Fuß unter dem schwebenden Taufengel voneinander getrennt, und seither fehlt von dem festen Standbein jede Spur. Zuletzt gesehen wurde das Bauteil im Schrank unter der Kanzel. Von dort weggetragen haben können es nur zwei stämmige Männer. Die Frage ist offen, ob der Marmorfuß vielleicht unerkannt zum dekorativen Ständer in einer Halle wurde oder dekorativ in einem Garten sein artfremdes Dasein fristet. Um den aus Rübeländer Marmor geschaffenen Taufsteinfuß (78 Zentimeter hoch und am Boden 64 Zentimeter rund), der einem „Zwilling“ in der Aegidiikirche sehr ähnlich ist, nicht durch einen modernen Sockel ersetzen zu müssen, ruft Pfarrer Gentz zur Mitsuche auf. Dem schließt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) gerne an. Die DSD unterstützt die Quedlinburger St. Nikolaikirche seit Jahren, nicht zuletzt dank ihrer treuhänderischen Busch Stiftung, Quedlinburg St. Nikolai in der DSD. Erst unlängst reichte sie einen Fördervertrag über 81.000 Euro für die weitere Gewölbesanierung der Kirche aus.

Die Nikolaikirche am Neustädter Kirchhof, die Pfarrkirche der Quedlinburger Neustadt, entstand als dreischiffige gotische Basilika im Kern noch in romanischer Zeit. Das Mittelschiff entstand im 13. Jahrhundert. An der gotischen Doppelturmfassade begannen die Arbeiten ebenfalls zu dieser Zeit, sie wurden im frühen 14. Jahrhundert beendet. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts errichtete man den Chor. Im frühen 15. Jahrhundert gab es Veränderungen an den östlichen Seitenschiffjochen. Dabei reduzierte man nach Westen die Mittelschiffsbreite auf das alte Maß, offenbar mit der Absicht, das Schiff als höhere Halle zu erweitern. Da dieser Umbau jedoch nicht mehr erfolgte, wirkt das kreuzrippengewölbte Schiff heute sehr gedrückt.

Die Busch Stiftung, Quedlinburg St. Nikolai ist eine von über 240 Stiftungen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch unter ihr Dach aufgenommen hat. Die auf Dauer angelegte Unterstützung der Treuhandstiftungen hat sich in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen zu einem wichtigen Förderinstrument entwickelt, das nicht mehr aus der deutschen Denkmal-landschaft wegzudenken ist. Allein die Busch Stiftung, Quedlinburg St. Nikolai hat seit 2001 über 600.000 Euro für Restaurierungsmaßnahmen an St. Nikolai zur Verfügung gestellt.

Spenden und Zustiftungen sind in jeder Höhe möglich:
DSD-Busch Stiftung, Quedlinburg St. Nikolai
IBAN:
DE35 3708 0040 0263 6165 08

Weitere Informationen: https://www.denkmalschutz.de/ueber-uns/treuhandstiftungen/detail/busch-stiftung-quedlinburg-st-nikolai/12.html