04.01.2022 – Mecklenburg-Vorpommern

Marstall des Herrenhauses Vogelsang bekommt ein neues Dach

Marstall des Herrenhauses Vogelsang in der Gemeinde Lalendorf * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Herrenhaus Vogelsang in der Gemeinde Lalendorf * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Die Anlage gehört zu den großartigsten neugotischen Bauten Mecklenburgs

Zahlreiche zweckgebundene Spenden und die Erträge der Lotterie GlücksSpirale ermöglichen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Förderung der Dachsanierung des Marstalls des Herrenhauses Vogelsang in der Gemeinde Lalendorf mit 35.295 Euro. Das Anwesen gehört bereits seit 2019 zu den über 580 Objekten, die die DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Zum Objekt:

Das heutige Herrenhaus im Tudorstil wurde zusammen mit der Parkanlage Mitte des 19. Jahrhunderts im englischen Landschaftsstil erbaut. Der neugotische Bau mit markanten Gestaltungsmerkmalen im Schinkelschen Stil gehört zu den großartigsten neugotischen Bauten Mecklenburgs. Der zweigeschossige verputzte Backsteinbau mit flachem Walmdach und umlaufendem Zinnenkranz besitzt durch die spitzbogigen Türen und Seitenfenster eine besondere Qualität. Die Gestaltungsmittel finden sich auch im Inneren des Hauses wieder. Mittelrisalite auf der Hoffront und der Rückseite des Herrenhauses heben die Eingänge mit ihren vorgelagerten Freitreppen hervor. Symmetrisch angeordnete Türme unterstreichen die imposante Bauform.

Zu erheblichen baulichen Eingriffen mit starken Versachlichungen im Außenbereich und mit auf Funktionalität ausgerichteten Umbauten im Inneren kam es im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Umfangreiche Zusatzbauten wurden errichtet, so ein Eiskeller und ein Teehaus. Der Marstall mit Wasserturm, ein Kutscherhaus und das Inspektorenhaus sind noch heute neben einigen kleineren Stallgebäuden und einem wunderschönen Apfelgarten von der ursprünglichen Gutsanlage als geschlossenes Ensemble erhalten.

1946 richtete die Rote Armee ein Versorgungsgut ein, später wurde die Anlage zum volkseigenen Betrieb. Von 1988 bis 2010 stand das Herrenhaus leer. Aufgrund der jahrelangen Vernachlässigung und Beschädigung ist ein komplexes Schadensbild zu beheben. Große Teile der inneren Struktur sind gefährdet.

Die vor kurzem abgeschlossene Dachinstandsetzung des Haupthauses war für alle weiteren Arbeiten im Inneren – insbesondere die Beseitigung des Schwammbefalls – und an den anderen Gebäuden Voraussetzung.