21.01.2021 – Thüringen

Natursteinplatten für die Friedhofskirche St. Johannis in Themar

Friedhofskirche St. Johannis in Themar © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Friedhofskirche St. Johannis in Themar © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Friedhofskirche St. Johannis in Themar © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Innenraum der Friedhofskirche St. Johannis in Themar © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Ein Gotteshaus mit vielfältiger Geschichte

Dank einer treuhänderischen Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) erhält die Gemeinde der St. Johanniskirche in Themar 11.275 Euro für die Fußbodensanierung in der Friedhofskirche. Das Gotteshaus gehört zu den über 500 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.

Der Kircheninnenraum spiegelt den Kirchenbau des ausgehenden 16. Jahrhunderts wider. Ihn prägt zum einen die Bohlendecke mit den Einschubbrettern, zum anderen die schlichte nachreformatorische Farbgestaltung. Auch die Aufstellung der Kanzel im Zentrum der liturgischen Achse ist ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit. Durch die Veränderungen der Farbgestaltung, der Fußbodenplatten und der mobilen Einrichtung in den vergangenen 80 Jahren wird der Raum den heutigen ästhetischen Anforderungen einer Friedhofskirche nicht mehr gerecht. Eine umfassende Renovierung ist erforderlich. Zudem ist die Herausnahme der in der DDR-Zeit eingesetzten diffusionsdichten Betonfußbodenplatten notwendig, da ihre Erhaltung weder möglich noch sinnvoll ist. An vielen Stellen sind die Platten geschädigt und leisten außerdem Feuchteschäden Vorschub. Die Entfernung der Zementbodenplatten und des Sockelputzes wird auch zur Verbesserung des Raumklimas beitragen.

Die spätmittelalterliche Saalkirche mit den Resten eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1493 hat jüngst ein zweischneidiges Schicksal. Da die Friedhofskirche in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort der großen Rechtsrockkonzerte liegt, wurde sie zum Ausgangspunkt für Protest- und Pilgerzüge zum Konzertgelände. Die kleine Kirche wurde zur Basis des "Bündnisses gegen rechts" und zur Zuflucht all derjenigen, die sich gegen diese Konzerte engagieren.