10.06.2024 – Berlin

Ortskuratorin besucht Matthäuskirche in Berlin Steglitz

Das städtebauliche Kunstwerk von hohem Rang prägt das Stadtbild

Am Dienstag, den 11. Juni 2024 um 10.00 Uhr besucht Dr. Beatrix Behrends-Steins vom Ortskuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) im Gemeindehaus der Matthäuskirche in Steglitz Pfarrer Paulus Hecker, die Architekten Jochen Buder und Constantin von der Mülbe und einige der dort arbeitenden Handwerker, um sich die Arbeiten vor Ort erläutern zu lassen. Die spendensammelnde DSD unterstützt bei der Instandsetzung des Gemeindehauses die Restaurierung der Fenster und Außentüren dank einer Zuwendung der Beck’schen Stiftung sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 70.000 Euro. Die Mathäuskirche gehört seit 2015 zu den über 200 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Berlin fördern konnte.

Die Matthäuskirche liegt unweit der Schlossstraße mitten in Steglitz in einem hinteren Grundstücksteil und durch parkartige Außenanlagen verdeckt. In unmittelbarer Nachbarschaft errichtete der Schweizer Architekt Otto Rudolf Salvisberg 1930 das monumentale Gemeindehaus. Die in rotem Backstein ausgeführte Matthäuskirche ist eine der ersten Kirchen in den Formen der Neogotik im Berliner Raum. Von der Gebäudeaußenhaut über die Ausstattung und reiche Bemalung des Innenraums bis hin zur Form des Abendmahlsgerätes ist alles der lokal-märkischen Formensprache nachempfunden.

Zum Objekt:

Das Gemeindehaus wurde 1929/1930 von Otto Rudolf Salvisberg für die evangelische Matthäuskirchengemeinde erbaut. Es ist ein anschauliches Beispiel für die Fomberuhigung des Expressionismus der beginnenden 1930er Jahre und dokumentiert in Erscheinungsbild, Raumzuschnitt und Innengestaltung diese Stilphase exemplarisch. Die künstlerische Bedeutung liegt in der Qualität des Entwurfs und der Ausführung. Sie äußert sich in den klassischen Maßverhältnissen des Baukörpers und seiner einzelnen Teile, wie der geschlossenen Wandflächen, des offenen Durchgangs oder der waagerecht bzw. senkrecht strukturierten Fensterbänder. Wichtig für die Wirkung des Baus ist die Materialfarbigkeit der verwendeten Baustoffe und deren Kombination aus ockerfarbenem Travertin, blauviolettem Klinker sowie weißen und blau abgesetzten Fenstern. Als ein städtebauliches Kunstwerk von hohem Rang hat das Gemeindehaus Bedeutung für das Stadtbild.