03.02.2020 – Baden-Württemberg

Ravensburger Konzerthaus-Kulissen erhalten weitere Unterstützung

Konzerthaus in Ravensburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

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Innenraum des Konzerthauses in Ravensburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Willinger

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Kulisse im Konzerthaus in Ravensburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Linge

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Kulisse im Konzerthaus in Ravensburg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Willinger

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Einmalig erhaltener Bestand

Am Donnerstag, den 6. Februar 2020 um 14.00 Uhr besucht Dr. Anita Auer, Ortskuratorin Villingen-Schwenningen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gemeinsam mit dem Ravensburger Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp und Regionaldirektor Frank Ackermann von Lotto Baden-Württemberg Kulturamtsleiterin Verena Müller, um sich im Rahmen der Gesamtaufarbeitung der wertvollen Theaterkulissen des Ravensburger Konzerthauses in der Werkhalle in Weißenau von den Restauratoren Karin und Raymond Bunz die aktuellen Restaurierungsarbeiten erläutern zu lassen. Die DSD unterstützt derzeit dank der Erträge der Lotterie GlücksSpirale erneut die Restaurierung der Konzerthauskulissen mit 80.000 Euro. Sie gehören seit 2011 zu den über 340 Objekten, die die private DSD dank privater Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Baden-Württemberg fördern konnte.

Das Ravensburger Konzerthaus wurde 1896/1897 nach Entwürfen der Wiener Theaterarchitekten Hermann Helmer und Ferdinand Fellner in neobarocker Formensprache errichtet. Die Initiative zum Bau des repräsentativen Gebäudes, in dessen Zentrum der prächtige neobarocke Konzert- und Theatersaal mit 574 Sitzplätzen steht, ging von der Bürgerschaft aus und wurde vornehmlich von dem erfolgreichen Ravensburger Textil- und Zementunternehmer Julius Spohn unterstützt.

Zum Denkmalbestand des Hauses zählen auch rund 340 historische Theaterkulissen, die von dem seinerzeit in ganz Deutschland bekannten Theatermaler und Künstler Wilhelm Plappert zwischen 1902 und 1910 angefertigt wurden, als das Hoftheater in Ravensburg gastierte. Die Kulissen sind von hoher Qualität, ebenso die von der Restaurierungswerkstatt erstellten Dokumentationsunterlagen.

Die 135 auf Leinwand gemalten und auf Holzstangen aufgerollten großformatigen Prospekte mit einer Breite von etwa 10 Metern und einer Höhe von 5 Metern, ferner die 199 Stellkulissen in verschiedenen Formaten und Techniken – Bühnenbilder für etwa 25 Werke – wiesen Knicke, Falten, Risse und Ausfransungen auf, manche ihrer Trägernetze waren gebrochen. Die restauratorische Konservierung und Sicherung der eingelagerten Theaterkulissen begann 2011. Die meisten Objekte wurden bereits fotografisch dokumentiert, gereinigt und lokal behandelt, die Schäden und Wasserränder bei den großen Bildern bearbeitet. Retuschen wurden nur ausgeführt, wo es der Informationsgehalt des Bildes erforderte, Teile wurden exemplarisch restauriert. Derzeit werden abschließend die Stellkulissen restauriert.