06.04.2021 – Mecklenburg-Vorpommern

Sanierungsvorbereitung von St. Nicolai in Pasewalk

St. Nicolai in Pasewalk © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schirmer

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Die Innengestaltung ist ein Schinkelsches Frühwerk

Dank zahlreicher zweckgebundener Spenden kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 3.000 Euro für Erstellung eines Sanierungsgutachtens für das Kirchenschiffdach und die Fassade der St. Nicolaikirche in Pasewalk zur Verfügung stellen. Immer umfangreichere Undichtigkeiten im Bereich der Dacheindeckung durch poröse Betondachsteine führten zu vermorschten und nicht mehr kraftschlüssig miteinander verbundenen Holzverbindungen bei Dachtragwerk und Decke, Rissbildungen im Sternengewölbe und im Mauerwerk, korrodierte Eisenfenster vervollständigen das Schadensbild. Das Sanierungsgutachten soll eine effiziente und kostengünstige Sanierung vorbereiten helfen. St. Nicolai gehört nunmehr zu den über 580 Projekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen konnte.

Die St. Nicolaikirche gilt als ältere Schwester von St. Marien in Pasewalk. Sie wurde bei der Neubesiedlung im frühen 13. Jahrhundert als Feldsteinkirche errichtet. Die heutige dreischiffige Hallenkirche mit Deckengewölben entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Während das Mittelschiff ein Sterngewölbe schließt, sind es in den Seitenschiffen Kreuzrippengewölbe.

Nachdem ein Brand 1615 den Turm zerstört hatte, wurde der neue Turm um zwei kleinere, achteckige Geschosse erhöht, endete aber wiederum mit einem steilen Spitzhelm. Auf der zum Markt hin gelegenen Seite erhielt der Turm am Beginn des Spitzhelmes einen offenen Vorbau in Form eines offenen Baldachins, wo zwei Uhrglocken untergebracht waren. 1945 gingen Turmhelm und Renaissanceaufbau bei Fliegerangriffen verloren. Nach dem Krieg erhielt der verbliebene Turmstumpf zunächst ein Notdach, das später in Höhe wie Dachform durch eine solide und denkmalgerechte Konstruktion ersetzt wurde.

Im Inneren blieb das Aussehen nach der letzten großen Restaurierung von 1824 bis 1828 unter maßgeblicher Mitwirkung Karl Friedrich Schinkels gewahrt.