06.10.2015 – Presse , Bayern

Schloss in Rennertshofen erhält DSD-Fördervertrag

Das freistehende Barockschloss

Kurzfassung: Für die Dachinstandsetzung des Westflügels von Schloss Bertoldsheim in Rennertshofen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie Glücksspirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, 95.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überreicht Holger Göttler vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD am 9. Oktober 2015 um 10.00 Uhr gemeinsam mit Jörg Urban von Lotto Bayern bei einem Pressetermin an Denkmaleigentümerin Dr. Erina Schumann-Späth. Schloss Bertoldsheim ist seit 2012 eines der über 320 Projekte, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Schloss Bertoldsheim in Rennertshofen © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wagner

Download

Langfassung: Für die Dachinstandsetzung des Westflügels von Schloss Bertoldsheim in Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, 95.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überreicht Holger Göttler vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD am Freitag, den 9. Oktober 2015 um 10.00 Uhr gemeinsam mit Jörg Urban von Lotto Bayern bei einem Pressetermin an Denkmaleigentümerin Dr. Erina Schumann-Späth.

Am Standort des von 1714 bis 1730 errichteten Schlosses Bertoldsheim stand bis Ende des 16. Jahrhunderts ein dicker, viereckiger Turm, an dem eine Burg angebaut war. Das am Rande eines felsigen, vorspringenden Hügels – einem südlichen Ausläufer des schwäbisch-fränkischen Jura – liegende Anwesen ging 1790 an die Freiherrn von Hornstein über. Freiherr Adam Bernhard von Hornstein-Göffingen ließ einige Innenräume verschönern, gestaltete den Park neu und legte eine Lindenallee im Schlosspark an, die teilweise noch vorhanden ist bzw. neu aufgeforstet wurde. 1880 kam das Anwesen an die Familie von Eckart, die in den Nachfahren des Karl Leon Du Moulin-Eckart bis 2008 Schlosseigentümer war. Außen wie innen ist der Erbauungszustand des frühen 18. Jahrhunderts erhalten. Selbst die barocke Küche mit ihrem offenen Kamin ist noch vorhanden.

Starke statische Schäden an der zweigeschossigen Dreiflügelanlage mit dem nochmals dreigeschossigen Walmdach zwangen zum Handeln. Eindringendes Dachflächenwasser gefährdete die hochwertigen Innenräume. Geschädigte Fassaden mit Hohlstellen bei Putz und Anstrich sowie verschlissene Fenster und Zumauerungen im Bereich der Traufe bzw. der Sparrenfußpunkte ergänzten das Schadensbild.

Die neuen Besitzer scheinen ein Glücksgriff für den Erhalt der Dreiflügelanlage zu sein. Sie wollen die Originalsubstanz erhalten, das Denkmal bewohnen und darüber hinaus ein Privatmuseum für Außereuropäische Kunst führen. Es dürfte sich um eine der größten deutschen Privatsammlungen auf dem Gebiet der afrikanischen Kunst handeln. Durch die vorgesehene sanfte Nutzung des Schlosses werden Eingriffe in die wertvolle dreihundert Jahre alte Bausubstanz vermieden. Ausstehen noch die Dach- und Fassadeninstandsetzung des Westflügels, die Inneninstandsetzungsarbeiten und die Revitalisierung der historischen Gartenanlage. Sie ist auch wegen der zur Donauseite weisenden Stützmauer eine weitere Herausforderung.

Schloss Bertoldsheim, heute das einzige freistehende Barockschloss entlang der deutschen Donau, ist seit 2012 eines der über 320 Projekte, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.