23.05.2022 – Nordrhein-Westfalen

Sichtbare Unterstützung im Flutgebiet

Rundgang in Bad Münstereifel mit Oliver Zahn von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Stadtratsmitglied Thilo Waasem und Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (v.l.n.r.) * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertz

Das Bild ist für Pressezwecke kostenfrei bei Nennung des Nachweises.

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Rundgang in Bad Münstereifel mit Oliver Zahn von der Unteren Denkmalschutzbehörde, Stadtratsmitglied Thilo Waasem und Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (v.l.n.r.) * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Mertz

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Deutsche Stiftung Denkmalschutz freut sich bei einem Stadtrundgang über die sichtbaren Fortschritte

Vom Rathaus ausgehend hat sich Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), auf Einladung von Stadtratsmitglied Thilo Waasem gemeinsam mit Bürgermeisterin Sabine Preise-Marian die bisherigen Fortschritte bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer angesehen. Er selbst hatte kurz nach der Katastrophe in Bad Münstereifel Denkmaleigentümern auf die Möglichkeit der von der Stiftung rasch eingerichteten Soforthilfe hingewiesen.

Das schon wenige Tage nach der Flut von der DSD aufgelegte Fluthilfe-Programm ermöglichte damals unbürokratische und schnelle Hilfe für Betroffene. Über 460 in Not geratenen Denkmaleigentümern und ihren Denkmalen konnte so eine schnelle Hilfe zukommen.

Doch damit nicht genug. Neben der finanziellen Direkthilfe unterstützt die Stiftung Eigentümer und Objekte auch ganz aktiv und praktisch: Unter den Freiwilligen ihrer 16 Jugendbauhütten in ganz Deutschland fanden sich sehr schnell engagierte junge Menschen, die selbst Hand anlegen und in der Not helfen wollten. Das inzwischen von der DSD fest eingerichtete „Mobile Team Fluthilfe“ leistet nicht nur praktisch Hilfe am Bau, sondern ist auch eine bedeutsame moralische Unterstützung für die Flutgeschädigten. Denn Handwerker sind rar in diesen Zeiten, fachliche Anleitung und praktische Hilfe eine echte „Aufbauleistung“.

Die ersten finanziellen Unterstützungen und Auszahlungen der Stiftungsmittel, die gerade auch Denkmaleigentümern in Bad Münstereifel zugutekamen, wurden möglich durch zahlreiche Spenden. Freunde und Förderer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, aber auch langjährige Partner wie die Hermann-Reemtsma-Stiftung vertrauten auf die private Stiftung für eine schnelle Hilfe. 2,5 Millionen Euro Soforthilfe konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz binnen Wochen in den vier betroffenen Bundesländern bereitstellen – als erste Hilfe und für Notmaßnahmen. Eine weitere Million Euro Spenden steht inzwischen für fortführende Arbeiten bereit. Diese private Hilfe ist ein wichtiges materielles, aber auch die Moral stärkendes Zeichen für die, die derzeit vielfach noch auf die Auszahlung staatlicher Mittel warten müssen. „Etwas, wofür wir unseren Spendern und Stiftern sehr dankbar sind!“, betont DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny sichtlich froh.

Beim jetzigen Rundgang waren auch schon erste Erfolge zu besichtigen. So etwa wurden im Haus Entenmarkt 20 noch vor den Weihnachtstagen die Lehmgefache von den Jugendlichen des Mobilen Einsatzteams wiederhergestellt, so dass die Besitzer ruhig den Jahreswechsel in geschlossenen vier Wänden feiern konnten. Im Nachbarhaus fehlte zu der Zeit nur noch etwas Oberputz und bei einem der Nachbarhäuser nur noch die Dämmung, so dass die Eigentümer den Rest in Eigenregie verputzen konnten. Während ihres Einsatzes erklärten die Teilnehmer mit ihrem fachlichen Anleiter auch vorbeischauenden Fragestellern, was sie allein bewältigen könnten und worauf sie dabei achten sollten. Derzeit helfen die „Grünhemden“ im Ahrtal.

Da die Folgen der Flutkatastrophe noch lange nicht bewältigt sind, hält die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihr Spendenkonto Soforthilfe Hochwasserkatastrophe aufrecht:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.

Historische Ortschaften sind nicht nur die Heimat ihrer Bewohner, sondern als Ausflugs- und Reiseziele auch die wirtschaftliche Grundlage für ihren Fortbestand. Deshalb kommt es trotz großer Zerstörung nun auf einen behutsamen Umgang mit denkmalgeschützten Bauten an. „Es muss jetzt vorsichtig gehandelt werden, damit die wirtschaftliche Grundlage der Orte auch für die Zukunft erhalten bleibt“, betont DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny. Dabei ist ihre Reparaturfähigkeit eines der herausragendsten Merkmale historischer Gebäude. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz besitzt das DZI-Spendensiegel und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats.