31.12.2019 – Bayern

St. Wendelin und St. Anna in Untermühlegg wird Förderprojekt

Blick ins Innere der Kapelle St. Wendelin und St. Anna © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Pläne der Kapelle St. Wendelin und St. Anna © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Altarbild der Kapelle St. Wendelin und St. Anna © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Kapelle St. Wendelin und St. Anna © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Kapelle St. Wendelin und St. Anna © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

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Erweitert wegen der florierenden Wallfahrt

An der Instandsetzung von Dach und Empore der Kapelle St. Wendelin und St. Anna in Bolsterlang-Untermühlegg beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale mit 20.000 Euro. Den dazugehörigen Fördervertrag erhält Pater Joshy Palakunnel in diesen Tagen. Die Kapelle ist eines von über 420 Objekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Im Jahr 1445 weihte der Konstanzer Weihbischof Johannes die neu erbaute Kapelle zu Ehren der Gottesmutter sowie der Heiligen Wendelin und Anna. Der einsam inmitten einer reizvollen Berglandschaft stehende gotische Bau wurde 1706 nach Westen verlängert. Gleichzeitig wurden die Fenster renoviert, neue Decken eingezogen und die Sakristei erneuert. Dies war eine Folge der großen Wallfahrt zum hl. Wendelin im 17. und 18. Jahrhundert. Davon zeugen die erhaltenen Votivbilder und die 1742 erteilte Erlaubnis, die Messe im Freien zu feiern.

Der eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor besitzt in der Ostwand ein zugesetztes Spitzbogenfenster, die Fenster auf der Südseite wurden rundbogig erweitert. Der Chorbogen zeigt an der Südostecke im Ansatz noch eine kurze Fase, während der abschließende Rundbogen neu aufgemauert worden ist. 1706 hat man die Fenster im Schiff gerundet. Weitere Fenster erhielt der Bau bei der Verlängerung um 5 Meter nach Westen. Die Decken sind als Brettertonnen ausgeführt. Die Wände bestehen aus verputztem Roll- und Bruchsteinmauerwerk.

Eine rautenförmig aufgedoppelte Flügeltür mit barockem Beschlag zwischen zwei Stichbogenfenstern mit einfachen Durchsteckgittern führt unter der Empore hindurch in die Kapelle. An der geraden Emporenbrüstung befinden sich zwischen je einem doppelten Zahnschnitt oben und unten dreizehn bemalte Hochrechteckfelder. Der Dachstuhl ist ein einheitliches Satteldach mit Dachreiter, Turm und Zwiebelhaube.

Zwischen zwei gedrehten Säulen mit Weinlaub steht in rundbogigem Rahmen eine Maria Immaculata auf der Mondsichel im Strahlenkranz. Seitlich steht auf einer Konsole mit Engelskopf unter Volutenstegen der hl. Wendelin, rechts davon der hl. Joachim. Im zweisäuligen Auszug mit Engelskopfanschwüngen befindet sich eine Anna Selbdritt, auf den seitlichen Segmentgiebelstücken zwei sitzende Engel, oben zwischen zwei sitzenden Putten steht eine Statuette des Erzengels Michael mit der Seelenwaag.