08.07.2019 – Mecklenburg-Vorpommern

Treuhandstiftung der DSD fördert erneut die St. Marienkirche in Kenz

St. Marien in Kenz © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Epitaph Barnims VI. wird restauriert

Die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) verwaltete rechtsfähige G. & H. Murmann-Stiftung unterstützt in diesem Jahr die Restaurierung des Epitaphs Barnims VI. in der St. Marienkirche in Kenz mit 17.250 Euro. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Montag, den 8. Juli 2019 um 10.00 Uhr Renate Keitmann vom Ortskuratorium Stralsund der DSD an Pastor Kai Steffen Völker.

Die ehemalige Wallfahrtskirche St. Marien in Kenz entstand Ende des 14. Jahrhunderts. Sie gehört zu dem ehemals bedeutendsten Wallfahrtsort Vorpommerns. Verehrt wurde die Maria Pomerana Miraculosa, die Wunderbare Maria von Pommern. Die hölzerne Marienstatue mit dem Jesuskind auf dem linken Arm, in der rechten Hand ein Szepter und einer Krone auf dem Haupt verschwand wohl in den Wirren der Reformation. Zur Wallfahrt gehörte auch der im 17. Jahrhundert entstandene, heute wieder errichtete Kenzer Wunderbrunnen. Ursprünglich als heilige Quelle verehrt, wurde er vom 17. bis ins 19. Jahrhundert zum Zentrum eines Kurorts.

Die Kirche ist ein Backsteinbau, der im Osten mit einem mehreckigen Chor schließt. Im Norden hat man eine Sakristei angebaut. Die Außenwände sind über einem Sockel aus Feldsteinblöcken schlicht in Backstein errichtet. Der Innenraum wirkt sehr großräumig, ihn schließt ein Kreuzrippengewölbe, das auf den nach innen gezogenen Pfeilern ruht. Die Kirche besitzt einen umfangreichen Bestand an mittelalterlicher Glasmalerei aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Zur Ausstattung gehören ein mittelalterliches Triumphkreuz, ein Mosaikfußboden aus der Zeit um 1400 und weitere wertvolle Ausstattungsstücke, darunter der hölzerne Kenotaph Barnims VI. aus dem Jahr 1410, der wohl die älteste Darstellung eines Herzogs von Pommern-Wolgast zeigt.

Jährlich besuchen mehr als 10.000 Gäste die Kirche. Gemeinsam mit der ehemaligen Kurpromenade des ersten Kurbades im heutigen Mecklenburg-Vorpommern und dem rekonstruierten Brunnenhaus ist sie ein einzigartiges Zeugnis einer mehr als 800jährigen Geschichte Pommerns. Dementsprechend ist die Kirche kirchliches, aber auch kulturelles Zentrum des Ortes und der umliegenden Gemeinden und wird sowohl für Gottesdienste als auch für Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen genutzt.

Die Kenzer Marienkirche gehört seit 2012 zu den über 530 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.