28.12.2020 – Niedersachsen

Verglasung der evangelisch-reformierten Kirche auf Borkum wird restauriert

Evangelisch-reformierte Kirche auf Borkum © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Fenster der evangelisch-reformierte Kirche auf Borkum © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Innenraum der evangelisch-reformierte Kirche auf Borkum © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Bolz

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Schiffsmodelle und Steuerradleuchter erinnern an die Seefahrertradition der Insel

Inmitten des Hauptorts an der Westküste der Insel Borkum befindet sich die evangelisch-reformierte Kirche in parkartiger Umgebung. Hier stehen die Mauerwerks- und Fugensanierung sowie die Restaurierung der Glasfenster mit ihrer ornamentalen Glasmalerei an. Für die Arbeiten stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 50.000 Euro bereit. Möglich wurde die Förderung dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Die Kirche auf der Walfängerinsel gehört nunmehr zu den über 430 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.

Eine erste evangelische Kirche wurde auf Borkum um 1550 errichtet. 1576 wurde sie um einen Turm ergänzt, der zugleich als Leucht- und als Glockenturm fungierte. Der Alte Leuchtturm blieb anders als die alte Kirche erhalten. Das baufällige Kirchengebäude wurde kurz vor der Jahrhundertwende durch einen Neubau hundert Meter südwestlich ersetzt.

Der Backsteinbau mit Querhaus und rechteckigem Chorabschluss hat einen massigen Turm, den Rundtürmchen flankieren. Über dem mit seitlichen Stufengiebeln versehenen Hauptturmgeschoss erhebt sich der kupfergedeckte, spitze Dachreiter, der in rund 40 Metern Höhe von Sphäre und einem Schiff bekrönt ist. Die Backsteinfassaden weisen Blendfelder mit geschwungenen Jugendstilformen auf, sodass der sonst historistische Eindruck des neugotischen Baus durch zur Erbauungszeit moderne Stilelemente ergänzt wird. Große Rundbogenfenster belichten die Emporenzone, während in der unteren Fassadenzone zu Gruppen zusammengefasste kleinere Segmentbogenfenster Licht spenden.

Das Innere bietet Platz für 800 Gläubige. Es wird von den hölzernen Einbauten dominiert. Das schlichte Gestühl, die auf hölzernen Stützen ruhende Hufeisenempore mit Intarsienschmuck und das holzverschalte, mit Ornamenten bemalte Gewölbe kontrastieren mit den weißen Putzwänden. Die Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Orgel sind an der Ostwand gestaffelt angeordnet. Im Innern bestimmen Muldengewölbe, Empore und Gestühl aus Holz das Bild und mehrere Schiffsmodelle sowie Steuerradleuchter erinnern an die Walfänger- und Seefahrertradition der Nordseeinsel.