12.06.2020 – Thüringen

Zweiter DSD-Fördervertrag für die Villa Novalis in Hirschberg

Villa Novalis in Hirschberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Villa Novalis in Hirschberg © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Villa Novalis in Hirschberg, Treppenhaus © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

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Zeuge für Aufstieg und Niedergang einer Weltfirma

Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 8.000 Euro für die Sanierung von Dachstuhl und Dachhaut des Nebengebäudes der Villa Novalis in Hirschberg erreicht Cornelia Schwab vom Verein Villa Novalis Akademie e.V. dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale in diesen Tagen. Auf diese Weise leistet die DSD weiterhin ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Die Villa Novalis, vormals Villa Knoch, gehört zu den über 500 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.

Hirschberg liegt unmittelbar an der thüringischen Grenze zu Bayern, etwas nördlich der Stadt Hof. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde als Fabrikantenvilla erbaut. Der dreigeschossige, spätklassizistische Bau mit einem gestaffelten und doch kompakten Baukörper schließt ein flaches Dach im Stile römischer Landvillen ab. Die Villa umgibt eine großzügige Parkanlage.

Von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bestimmte das Produktionsprofil der Hirschberger Lederfabrik die Herstellung von Sohlenleder. Heinrich Maximilian Knoch übernahm 1864 die am Saaleufer gelegene Gerberei seines Vaters und errichtete hier in wenigen Jahrzehnten ein Unternehmen, das zu den größten seiner Branche zunächst in Deutschland und später in Europa zählte. In den 1930er Jahren beschäftigte die Lederfabrik 1.500 Arbeiter und Angestellte, und die Marke "HK" genoss Weltruf. Die große Ära endete 1946 mit der entschädigungslosen Enteignung und Verstaatlichung der Familie Knoch, auch wenn danach bis 1992 weiter produziert wurde. Die Fabrik wurde bis 1996 abgerissen, die Villa erlitt durch jahrelangen Leerstand umfangreiche Schäden.