Archiv Pressemeldungen

20.09.2010 – Presse

Der Grosse Refraktor in Potsdam – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz 

Um für das 1874 gegründete Astrophysikalische Observatorium Potsdam eine neue Beobachtungsstation auf störungsfreiem Gelände zu schaffen, wurde nach Entwürfen und unter Oberleitung des Stüler-Schülers Paul Emanuel Spieker (1826-1896) das neue Hauptgebäude des Observatoriums auf dem Telegrafenberg errichtet. Die feierliche Eröffnung fand im September 1879 statt. Erweiterungen waren bald schon nötig. Von 1888 bis 1892 entstand das Meteorologisch-Magnetische Observatorium, von 1889 bis 1893 das Geodätische Institut und von 1896 bis 1899 das Kuppelgebäude für den Großen Refraktor. In bester preußischer Tradition verbinden die Backsteinbauten Spiekers Form und Zweckmäßigkeit. So bemerkte der Astrophysiker Karl Friedrich Zöllner 1881: "Mir haben die Einrichtungen des Astrophysikalischen Observatoriums außerordentlich gefallen, umso mehr als dabei Zweckmäßigkeit mit einer würdigen äußeren Ausstattung vereinbart sind, ohne den prunkenden Luxus der Berliner Institute zu teilen." Heute ist gerade der Große Refraktor wieder eine Attraktion. 

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16.09.2010 – Presse

Das Schloss in Stolberg – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Schloss Stolberg liegt auf einem Berg im Harz zwischen dem Kalten und dem Ludetal und diente vom 12. Jahrhundert bis 1945 als Sitz des Grafengeschlechts von Stolberg bzw. der späteren Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Vermutlich bestand schon im 10. Jahrhundert eine fast quadratische Kernburg mit einer sich nach Nordwesten anschließenden Vorburg. Der Bergfried lag im nördlichen Areal und ist noch auf einem Stich von 1704 erkennbar. Die mittelalterlichen Gebäudeteile, etwa den Wohnturm im Südosten, integrierte man im 16. Jahrhundert in die dreiflügelige Renaissanceanlage. Im 17. Jahrhundert erfolgte der Umbau des Palastes zur barocken Residenz. Im 19. Jahrhundert schließlich veränderte man vorwiegend noch die Ausstattung der einzelnen fürstlichen Gemächer und repräsentativen Räume. Nach der Enteignung baute der FDGB den Fürstensitz 1951 zum Erholungsheim der DDR-Lehrergewerkschaft um, die den Barocksaal als Turnhalle nutzte. Nach 1990 schließlich stand das Schloss leer und schien zu verfallen, bis sich 2002 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seiner zur Rettung annahm.

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13.09.2010 – Presse

Das Humpisquartier in Ravensburg – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Das sogenannte Humpisquartier liegt in einem der ältesten Siedlungsgebiete von Ravensburg. Der Name des Viertels erinnert an die hier ansässige Kaufmannsfamilie, die im Spätmittelalter mit der Gründung und Führung der "Großen Handelsgesellschaft" von 1380 bis 1525 wesentlichen Anteil am Aufschwung der Stadt hatte. Über 100 Jahre bestimmten die Humpis mit Niederlassungen in Genua, Venedig und vielen anderen Handelsstädten den europäischen Handel mit Baumwolle und "oberschwäbischer Leinwand", einem robusten Stoff, der beispielsweise als Segeltuch sehr begehrt war. Die Familie dirigierte ihre Geschäfte von einem mittelalterlichen Häuserkomplex aus, der sich seit dem 12. Jahrhundert in der Ravensburger Oberstadt entwickelte. Die meisten der heute sieben Bauten des Quartiers, die sich um einen Innenhof gruppieren, entstanden mit ihrer qualitätvollen Ausstattung im 15. Jahrhundert. Auch als die Familie Humpis ihren Einfluss und ihren Besitz verlor, verblieben weite Teile „ihres“ Quartiers noch für lange Zeit in den Händen der patrizischen Oberschicht.

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09.09.2010 – Presse

Die Sophienkirche in Berlin-Mitte – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Die Sophienkirche aus dem 18. Jahrhundert ist in ihrer barocken Erscheinung und mit ihrem 70 Meter hohen Turm baugeschichtlich sehr bedeutsam für Berlin. Von der reichen Innenausstattung haben sich die Kanzel aus dem beginnenden, die originale Rokokotaufe aus der Mitte und eine Ernst Marx-Orgel vom Ende des 18. Jahrhunderts sowie auf dem einstigen Kirchhof reich gestaltete Epitaphien erhalten. Für die dicht besiedelte Spandauer Vorstadt hat die Kirche eine besondere identitätsstiftende Bedeutung. Neben der Organisation der zahlreichen Gottesdienste und der Betreuung des Kindergartens umfasst die Gemeindearbeit gerade auch die Organisation und Durchführung kultureller Veranstaltungen. In regelmäßigen Abständen finden Ausstellungen und Konzerte statt, wobei der Kirchenmusik besondere Aufmerksamkeit gilt. Doch auch Seniorennachmittage und Veranstaltungen für Kindergruppen erfreuen sich großer Beliebtheit. Einziger Wermutstropfen: Nach jahrelangem Mühen der Gemeinde um die Sanierung des Kirchturms muss jetzt das Kirchenschiffdach, vor allem das Gesims repariert werden.

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06.09.2010 – Presse

Burg Kriebstein im Kriebethal – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz 

Burg Kriebstein im Zschopautal ist eine Märchenburg. Die Sage berichtet, dass die Veste 1415 "von einem Edelmann aus dem Geschlechte der Staupitze" überfallen und besetzt wurde. Markgraf Friedrich der Streitbare belagerte daraufhin den Kriebstein und bot der Frau des Burgenklaus freien Abzug an. Sie könne dabei „ihr liebstes Kleinod“ mitnehmen. Darauf ließ die "treue Frau zu Kriebstein" all ihr Geschmeide auf der Bastion zurück und trug ihren Gemahl durch die Reihen der Belagerer. Burg Kriebstein gehört zu den bedeutendsten Burgen in Sachsen. Ihre Baugeschichte ist seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert nachweisbar. Die allmählich gewachsene Anlage ist im Zuge der letzten großen Bauphase in den 1860er Jahren vereinheitlichend neogotisch gestaltet worden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Restaurierungsarbeiten 1992/93 und trug 1996/97 zur Rückführung des 1903 ausgebauten Kriebsteinzimmers bei. Im Jahr 2000 beteiligte sie sich an der Fertigstellung des Alten Festsaals. Insgesamt förderte sie die Maßnahmen an der Burg mit rund 350.000 Euro. 

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02.09.2010 – Presse

Die Oberkirche in Arnstadt – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

In Arnstadt, einer der ältesten deutschen Städte, entstand im 13. Jahrhundert ein Franziskanerkloster. Nach Reformation und Aufhebung des Konvents nutzten die Bürger den großen schlichten Kirchenbau als Stadtkirche. Die geschlossen erhaltene Innenausstattung stammt aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert und legt Zeugnis ab für das hervorragende Wirken Arnstädter Künstler und Bürger, etwa des Bildhauers Burkhardt Röhl. Die Ausgestaltung wurde jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen durch eine undichte, schließlich die Holzkonstruktion schädigende Dachdeckung, durch Hausschwamm- und Anobienbefall. Weitere Schäden waren an der Natursteinfassade am Mauerwerk, den Gesimsen und der Verfugung feststellbar. Die Instandsetzung des Außenbaues erfolgte in Abschnitten. Zunächst wurden der Pilz und die Schädlinge bekämpft, 2008 begann dann die Dachsanierung. Dabei stellte die DSD die für die Beantragung von Bundesmitteln notwendigen Eigenmittel als Komplementärmittel zur Verfügung.

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