Archiv Pressemeldungen

30.09.2010 – Presse

Schloss Friedelhausen in Lollar – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

1905 und noch einmal 1906 und 1907 weilte Rainer Maria Rilke jeweils für einige Wochen als Gast auf Schloss Friedelhausen. Nahe der Lahn, am Rand eines Bergrückens und umgeben von einem englischen Park hatten sich Adalbert von Nordeck zu Rabenau und seine Frau Clara von 1852 bis 1856 ein Schloss errichten lassen. Der englische Architekt John Dobson hatte das Gebäude geplant, das in seiner Anlage und Gestalt ganz dem romantischen Zeitgeist entsprach. Das weitgehend original erhaltene, im Stil der englischen Neogotik ausgeführte Ensemble, zu dem auch ein Gutshof gehört, ist heute eine architektonische Besonderheit in Hessen. Es dokumentiert anschaulich einen herrschaftlichen Wohnsitz im 19. Jahrhundert. Die Dachdeckung ist marode und die eindringende Nässe hat zu statischen Schäden an der Dachkonstruktion und der obersten Deckenlage geführt. Damit ist auch die wertvolle Innenausstattung durch die Feuchtigkeit in Gefahr.

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27.09.2010 – Presse

Das Gartenreich in Dessau-Wörlitz – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz 

Die UNESCO zählt das Dessau-Wörlitzer Gartenreich zum Erbe der Menschheit. Es besteht aus verschiedenen Gartenanlagen, so die von Wörlitz, Oranienbaum, Luisium, Mosigkau, Georgium und Grosskühnau. Das nach englischem Vorbild im klassizistischen Stil erbaute Schloss Wörlitz – 1769 bis 1773 von dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf für den Prinzen Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau erbaut – ist eine Premiere. Mit dem von 1773 bis 1813 entstandenen Gotischen Haus hielt die Neogotik in Deutschland ihren Einzug. Viele Architekturen, darunter das Graue Haus, der Floratempel, das Nymphaeum, der Venustempel und eine Vielzahl von Brücken und Stegen vervollständigten im Verlauf von vierzig Jahren die sorgsame Landschaftsgestaltung, mit der der Fürst sein kleines Land aufwerten wollte. Dabei schuf sich der Landesherr ein „Reich“, das seinesgleichen nicht hat. Den Überblick über die verschiedenen ineinander fließenden Gärten und Parkanlagen verschafft sich der Besucher am besten an der 1794 bis 1798 künstlich geschaffenen Luisenklippe als Aussichtspunkt. 

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23.09.2010 – Presse

Die Dorfkirche Dhünn in Wermelskirchen – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Im Kern stammt die kleine Dorfkirche in Dhünn bei Wermelskirchen wohl aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Ihr spätbarockes Kirchenschiff erhielt sie jedoch erst zwischen 1769 und 1772, wobei der mächtige romanische Westturm erhalten blieb. Den steinsichtigen Saalbau, den ein Satteldach deckt, errichtete man aus Bruchstein. Der flache dreiseitige Chor wird auf jeder Seite von je drei hohen Rundbogenfenstern erhellt. Dem Innenraum gibt ein längsgerichtetes, holzverschaltes Scheintonnengewölbe das Gepräge. An den Seiten befinden sich als Teil der zeitgenössischen Barockausstattung umlaufend Emporen auf Holzstützen. Wie die ganze Kirche ist auch der Turm unverputzt und steinsichtig. Er erhebt sich auf quadratischem Grundriss über drei Geschosse. In den unteren Etagen sind schlitzartige Fensteröffnungen eingebracht, im Obergeschoss teilweise rundbogige Drillingsfenster. Eine geschwungene, verschieferte Barockhaube mit Laterne krönt den Turm. Heute das besondere Kreuz mit dem Turm: Herab fallende Teile führten bereits zur baupolizeilichen Absperrung im Außenbereich der Kirche.

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20.09.2010 – Presse

Der Grosse Refraktor in Potsdam – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz 

Um für das 1874 gegründete Astrophysikalische Observatorium Potsdam eine neue Beobachtungsstation auf störungsfreiem Gelände zu schaffen, wurde nach Entwürfen und unter Oberleitung des Stüler-Schülers Paul Emanuel Spieker (1826-1896) das neue Hauptgebäude des Observatoriums auf dem Telegrafenberg errichtet. Die feierliche Eröffnung fand im September 1879 statt. Erweiterungen waren bald schon nötig. Von 1888 bis 1892 entstand das Meteorologisch-Magnetische Observatorium, von 1889 bis 1893 das Geodätische Institut und von 1896 bis 1899 das Kuppelgebäude für den Großen Refraktor. In bester preußischer Tradition verbinden die Backsteinbauten Spiekers Form und Zweckmäßigkeit. So bemerkte der Astrophysiker Karl Friedrich Zöllner 1881: "Mir haben die Einrichtungen des Astrophysikalischen Observatoriums außerordentlich gefallen, umso mehr als dabei Zweckmäßigkeit mit einer würdigen äußeren Ausstattung vereinbart sind, ohne den prunkenden Luxus der Berliner Institute zu teilen." Heute ist gerade der Große Refraktor wieder eine Attraktion. 

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16.09.2010 – Presse

Das Schloss in Stolberg – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Schloss Stolberg liegt auf einem Berg im Harz zwischen dem Kalten und dem Ludetal und diente vom 12. Jahrhundert bis 1945 als Sitz des Grafengeschlechts von Stolberg bzw. der späteren Fürsten zu Stolberg-Stolberg. Vermutlich bestand schon im 10. Jahrhundert eine fast quadratische Kernburg mit einer sich nach Nordwesten anschließenden Vorburg. Der Bergfried lag im nördlichen Areal und ist noch auf einem Stich von 1704 erkennbar. Die mittelalterlichen Gebäudeteile, etwa den Wohnturm im Südosten, integrierte man im 16. Jahrhundert in die dreiflügelige Renaissanceanlage. Im 17. Jahrhundert erfolgte der Umbau des Palastes zur barocken Residenz. Im 19. Jahrhundert schließlich veränderte man vorwiegend noch die Ausstattung der einzelnen fürstlichen Gemächer und repräsentativen Räume. Nach der Enteignung baute der FDGB den Fürstensitz 1951 zum Erholungsheim der DDR-Lehrergewerkschaft um, die den Barocksaal als Turnhalle nutzte. Nach 1990 schließlich stand das Schloss leer und schien zu verfallen, bis sich 2002 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz seiner zur Rettung annahm.

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13.09.2010 – Presse

Das Humpisquartier in Ravensburg – Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Das sogenannte Humpisquartier liegt in einem der ältesten Siedlungsgebiete von Ravensburg. Der Name des Viertels erinnert an die hier ansässige Kaufmannsfamilie, die im Spätmittelalter mit der Gründung und Führung der "Großen Handelsgesellschaft" von 1380 bis 1525 wesentlichen Anteil am Aufschwung der Stadt hatte. Über 100 Jahre bestimmten die Humpis mit Niederlassungen in Genua, Venedig und vielen anderen Handelsstädten den europäischen Handel mit Baumwolle und "oberschwäbischer Leinwand", einem robusten Stoff, der beispielsweise als Segeltuch sehr begehrt war. Die Familie dirigierte ihre Geschäfte von einem mittelalterlichen Häuserkomplex aus, der sich seit dem 12. Jahrhundert in der Ravensburger Oberstadt entwickelte. Die meisten der heute sieben Bauten des Quartiers, die sich um einen Innenhof gruppieren, entstanden mit ihrer qualitätvollen Ausstattung im 15. Jahrhundert. Auch als die Familie Humpis ihren Einfluss und ihren Besitz verlor, verblieben weite Teile „ihres“ Quartiers noch für lange Zeit in den Händen der patrizischen Oberschicht.

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