27.09.2024

50 Jahre Köhlbrandbrücke in Hamburg

Aktionen & Stellungnahmen Hamburg
Köhlbrandbrücke in Hamburg * Foto: Denkmalverein Hamburg

Weltbekannte Silhouette ist Wahrzeichen der Stadt

Die Köhlbrandbrücke in Hamburg gilt als „schönste Flussbrücke Europas“ oder auch als „Golden Gate von Hamburg“. Vor 50 Jahren weihte der damalige Bundespräsident Walter Scheel das die Elbinsel Wilhelmsburg mit der A7 verbindende Bauwerk ein. Obwohl bereits 2013 denkmalgeschützt, fehlt heute die verbindliche Einsicht in die Bedeutung der nach einem halben Jahrhundert intensiver Nutzung sanierungsbedürftigen Schrägseilbrücke. Ihr Fortbestehen steht seit einem Senatsbeschluss im Frühjahr zur Disposition. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) kritisierte das Abrissvorhaben des Wahrzeichens, bereits im April sehr deutlich. Sie forderte den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher und die Hamburgische Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit auf, im Umgang mit den ihnen anvertrauten Denkmalen die notwendige Sorgfalt anzuwenden. „Doch schwerer noch als die gesetzliche Pflicht wiegt die moralische Verantwortung: Wenn die Stadt von den vielen privaten Denkmaleigentümern sorgsamen Umgang mit ihren Denkmalen einfordert, sollte sie selbst mit gutem Beispiel vorangehen – selbst wenn dies nicht immer der wirtschaftlichste Weg sein sollte“, so Stiftungsvorstand Dr. Steffen Skudelny in seinem Schreiben.

Die Brücke, die nicht nur städtische Identität stiftet, sondern weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus vielen Menschen am Herzen liegt, steht als Zeugnis der Hamburger Verkehrsgeschichte unter Denkmalschutz. Die Planung der Schrägseilbrücke lag bei dem Architekten Egon Jux und Bauingenieur Paul Boué. Die Brücke ist ein wichtiges und einzigartiges Ingenieurbauwerk der 1970er Jahre von hoher architektonischer Qualität. 88 Stahlseile verbinden den Brückenkasten mit den beiden 135 Meter hohen Pylonen. Die Straße scheint zwischen den Pylonen zu schweben, während sie den 325 Meter breiten Köhlbrand, einen Arm der Süderelbe, überspannt. Das leicht ansteigende Bauwerk über dem Hafen gleitet am Ende in einer engen Schleife wieder zur Erde. Wegen der eleganten Silhouette wurde die Köhlbrandbrücke 1975 mit dem Europäischen Stahlbaupreis für die "schönste Brücke des Kontinents" ausgezeichnet.

Statt ein Denkmal zum Abriss freizugeben, sei die Suche nach alternativen Lösungen gefragt. Eine unabhängige und ergebnisoffene Prüfung der Sanierung und Weiternutzung der Köhlbrandbrücke durch den Senat, die bislang unterblieben ist, wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Denn im ersten Artikel des Denkmalschutzgesetzes der Freien Hansestadt Hamburg heißt es: „Die Freie und Hansestadt Hamburg soll auch als Eigentümerin oder sonst Verfügungsberechtigte und als obligatorisch Berechtigte durch vorbildliche Unterhaltungsmaßnahmen an Denkmälern für den Wert des kulturellen Erbes in der Öffentlichkeit eintreten und die Privatinitiative anregen.“

Siehe auch: www.denkmalschutz.de/denkmale-in-gefahr

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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