Ein herausragendes Grabdenkmal des beginnenden 20. Jahrhunderts
Die Arbeiten am Portikus der Grabstätte der Familie Albert und Irene Aufhauser auf dem Wiesbadener Nordfriedhof konnten jetzt erfolgreich abgeschlossen werden. Für die Restaurierung stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Erträge ihrer treuhänderischen Bernhard-von-Wiesen-Stiftung 18.400 Euro bereit. Eine zweckgebundene Spende von Herrn Michael Aufhauser sowie eine Förderung des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen taten das ihre. Aufgrund des Diebstahls des kupfernen Flachdachs war der Kalkstein der Grabstätte der Witterung ungeschützt ausgesetzt. Auch der Dachaufbau war beschädigt und schwarze Krusten hatten sich besonders auf den Reliefs des Gebäudes gebildet. Hinzu kam Materialverlust an den Skulpturen auf den beiden Pfeilervorlagen.
Die Grabstätte Albert-Aufhauser ist ein herausragendes Grabdenkmal des beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie hebt sich sehr von den in Anlehnung an die verschiedenen Stilrichtungen des Historismus errichteten Grabdenkmalen im näheren Umfeld ab. Der Entwurf stammt von dem Dresdener Johannes Baader. Der Architekt war Mitbegründer der "Dresdner Vereinigung bildender Künstler für monumentalen Grabmalsbau". Die Vereinigung bezweckte, "Grabdenkmale zu schaffen, bei denen Architekt, Maler und Bildhauer gemeinsam wirken, und jeder im Rahmen der ganzen Idee das Vollendete seiner eigenen Kunst bietet." An der Grabstätte wirkte Baader mit dem böhmischen Steinmetz und Bildhauer Franz Metzner zusammen. Metzner gestaltete die Fassade und den bauplastischen Schmuck und erreichte in seiner Arbeit ein harmonisches Zusammenspiel von Jugendstil und Symbolismus.
Der Nordfriedhof von Wiesbaden liegt nahe der Stadt, im Waldbereich Höllkund auf einem schmalen Höhenrücken zwischen Nerotal und Adamstal. Er wurde 1877 eingeweiht, nachdem die Einwohnerzahl Wiesbadens im 19. Jahrhundert rapide angestiegen war. Bekannte Persönlichkeiten und wohlhabende Familien ließen hier repräsentative Grabstätten und Mausoleen errichten. Auf dem Friedhof finden sich folglich künstlerisch wertvolle Grabmale im Stil des Historismus und des Jugendstils, die teils von bedeutenden Bildhauern gestaltet wurden.
Der Friedhof mit seinen Grabmalen gehört seit 2010 zu den über 260 Projekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.
Die 2001 errichtete Bernhard-von Wiesen-Stiftung, die den Erhalt und die Restaurierung bedeutender Denkmale auf dem Wiesbadener Nordfriedhof und dem Friedhof Wiesbaden-Biebrich unterstützt, hat bislang Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen mit einem Betrag von insgesamt über 90.000 Euro auf beiden Friedhöfen ermöglicht.
Dank ihrer Treuhandstiftung konnte die DSD bereits eine Reihe von Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen auf dem Nordfriedhof durchführen, etwa Dacharbeiten an der Kreizner-Kapelle, des Bartling-Mausoleums, an den Grabmalen Stritter-Ohligmacher, Schriever, Bickel, Möhring, John und Meuldermans.
DSD Bernhard-von-Wiesen-Stiftung
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