05.12.2025

Die Wollscheune von Kloster Bad Doberan

40. Stiftungsjubiläum Bundesweit
Wollscheune von Kloster Bad Doberan
Ruine der ehemaligen Wollscheune von Kloster Bad Doberan

Besticht durch herausragende baukünstlerische und bautechnische Qualität

Knapp 100 Klöster und an die 50 Klosterkirchen gehörten in den vergangenen 40 Jahren zum Förderprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Viele Anlagen sind orts- und landschaftsprägend und werden weiterhin als Klöster genutzt. Von manchen stehen nurmehr die beeindruckenden Kirchen und andere wurden aufgegeben und fremd genutzt oder sind lediglich als Ruinen erhalten geblieben. Klöster – diese „Unterkategorie“ unter den sakralen Bauten – bilden in unseren Kulturlandschaften ein buntes und beeindruckendes Bild. Dazu tragen nicht zuletzt die Wirtschaftsbauten bei, die die Mönche für ihr tägliches Schaffen und ihren Unterhalt benötigten. Sie machen oft den größten Teil der Baumasse aus. Manche dieser Bauten sind wahre architektonische Meisterwerke. So etwa ist die herausragende baukünstlerische und bautechnische Qualität der Wollscheune des Klosters Bad Doberan noch heute an ihrer Ruine zu erkennen.

Die Anlage des ehemaligen Zisterzienserklosters Bad Doberan mit dem zu den bedeutendsten Klosterkirchen Norddeutschlands zählenden Gotteshaus vermittelt noch heute einen Eindruck der einstigen Größe. Von der Gründung an nutzten es die mecklenburgischen Fürsten als Grablege. Das Kloster erlangte rasch hohe politische und wirtschaftliche Bedeutung. Die Mönche erhielten durch Schenkungen schnell umfangreichen Grundbesitz. Zwar ist die Anlage heute baulich nicht mehr vollständig, doch der noch erhaltene Bestand lässt weiterhin die Qualität und Aussagekraft erkennen, die das Kloster zu einem außerordentlich relevanten Zeugnis zisterziensischer Bau- und Klosterkultur machen.

In diese Bewertung reiht sich – trotz ihres ruinösen Zustands – die sogenannte Wollscheune mühelos ein. Die Ruine befindet sich im Norden des Klosterareals und diente vermutlich als Siechenspital oder Gästehaus. Das langgestreckte Gebäude auf rechteckigem Grundriss war offenbar zweigeschossig und verfügte über Giebel an den durchfensterten Schmalseiten. Einzelformen wie die gerundeten Steine an den Ecken verweisen als Erbauungsdatum auf die Zeit um 1300. Das Gebäude wurde zuletzt bis 1767 von einer Wollmanufaktur genutzt, danach dem Verfall preisgegeben. Heute sind von der Ruine noch eine Längswand und die beiden Giebel erhalten.

Der Zustand der dortigen Mauerkronen war heikel. Reihenweise fanden sich lockere Steine und teils üppiger Pflanzen- und Bäumchenbewuchs, die die Verkehrssicherheit und das wertvolle Bauwerk insgesamt gefährdeten, das zeitweise sogar in seinem Bestand bedroht war. Insbesondere die Nordwand war in Teilen unmittelbar einsturzgefährdet. Mittlerweile sind alle Schäden behoben. 2024 begann der letzte Bauabschnitt zur Sicherung der Ruine.

Die Zisterziensergründung aus dem 12. Jahrhundert mit dem um 1300 entstandenen Münster als Zentrum wurde im Verlauf der Reformation säkularisiert. Während das Münster weiterhin als fürstliche Grablege und Pfarrkirche erhalten blieb, verfiel die Klosteranlage langsam, wurde geplündert und beschädigt und die Steine andernorts verwendet. Erhalten blieben die 1,4 Kilometer lange Klostermauer, der vordere Teil des Kornhauses, die Ruine des Wirtschaftsgebäudes sowie die Ruine der Wollscheune. Im 19. Jahrhundert begannen umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten.

Schon zuvor ließ Johann Christoph Heinrich von Seydewitz von 1793 bis 1801 das sogenannte Amtshaus als Jagdschloss des Herzogs erbauen. Später diente es der herzoglichen Amtsverwaltung. Das Amtshaus gehört in die Reihe der Bad Doberan prägenden, etwa ab 1800 errichteten Gebäude, als der Ort mit Heiligendamm Sommerresidenz des mecklenburgischen Fürstenhauses wurde. Besondere Bedeutung besitzt das Gebäude als Teil der Gebäudeanlage des Klosterareals innerhalb der alten Stadtmauern.

Beispiele außergewöhnlicher Denkmale aus Ihrer Region stellen wir Ihnen gerne mit Bild und Text zur Verfügung.

Seit ihrer Gründung vor 40 Jahren förderte die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) über 400 Maßnahmen an Klöstern und über 230 Maßnahmen an Klosterkirchen. Die 1985 gegründete spendensammelnde Stiftung unterstützt engagierte private, kirchliche und kommunale Denkmaleigentümer beim Erhalt ihrer Bauwerke. Denkmalpflege als staatliche Aufgabe wird dank dieser bürgerschaftlichen Unterstützung zu einem gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Die DSD konnte bisher für den Erhalt von 7.400 Denkmalen unserer Baukulturlandschaft mehr als eine dreiviertel Milliarde Euro zur Verfügung stellen und damit ein deutliches Zeichen setzen.  

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz feiert ihr 40-jähriges Jubiläum
Kloster Bad Doberan
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