27.04.2018

Dorfkirche in Lübsee braucht neues Dach

Mecklenburg-Vorpommern

Romanik mit frühgotischen Elementen

An der Instandsetzung des Daches der Dorfkirche in Menzendorf-Lübsee in Nordwestmecklenburg beteiligt sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr mit 15.000 Euro. Der dazugehörige Fördervertrag erreicht Pastor Dirk Greverus in diesen Tagen. Die im 13. Jahrhundert errichtete Kirche ist somit eines von über 520 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Die Dorfkirche in Lübsee wurde zwischen 1236 und 1263 im Stil der Romanik mit frühgotischen Elementen aus Backstein auf granitenen Grundmauern errichtet. Die gotischen oben spitz zulaufenden Fenster wurden in späterer Zeit ergänzt. Die Kirche besteht aus einem rechteckigen Schiff und einem gewölbten Chorraum in der für die Gegend Westmecklenburgs in dieser Zeit typischen Form des quadratischen Kastenchors mit drei Fenstern. Auffällige Gestaltungselemente der Romanik sind die Rundbogenfriese am Giebel des Chors. Das der Höhe nach vom Chor abgesetzte einschiffige Langhaus ist innen flach gedeckt und besteht im westlichen Teil aus Feldsteinen, im östlichen aus Backsteinen. Der neugotische Westturm des Kirchenschiffes aus dem Jahr 1729, der 1901 erneuert wurde, trägt einen achtseitigen Spitzturm und ist mit Schindeln eingedeckt.

Ein Teil der Außenbemalung, die eine Besonderheit darstellt, ist am nordwestlichen Teil des Hauptschiffes erhalten: die rote Quaderung auf weißem Grund. Im Inneren lassen sich vier Malschichten an Wand- und Gewölbemalerei nachweisen, von denen jeweils umfangreiche Reste freigelegt worden sind. Die architektonische Gliederung des Gewölbes und die Evangelistensymbole im Chor stammen aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert. Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts finden sich ornamentale Lebensbäume im Gewölbe und szenische Malereien an den Wänden: Kain und Abel, Sankt Martin von Tours, die Verkündigung, Christus vor Pilatus, die Kreuzigung. Um 1500 entstand die großformatige Darstellung einer Deesis, und um 1600 erhielt das Langschiff eine Vorhang-Malerei sowie ein Bild des Jüngsten Gerichts. Die Gewölbe wurden mit Vierpass-Fliesen geschmückt.

Die Ausstattung der Kirche wurde im Zuge einer durchgreifenden neugotischen Renovierung der Kirche 1874 verändert. Der einfache, geschnitzte gotische Flügelaltar kam in die Mittelaltersammlung des Staatlichen Museums Schwerin. Die Kirche erhielt einen neugotischen Altaraufsatz und 1888 im Bereich des Triumphbogens die zwölf Apostelbilder. Die Chorwände wurden mit den Bildern der vier Evangelisten versehen. Die Südseite des Chors hatte schon vorher Glasfenster mit den Aposteln Petrus und Paulus erhalten.

Dorfkirche von Menzendorf-Lübsee © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert
Dorfkirche von Menzendorf-Lübsee © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

Downloads

Pressemitteilung und Bilder zur freien Verwendung bei Namensnennung: Alle Medien herunterladen (ZIP)

Ansprechpartner

Dr. Ursula Schirmer

Leitung Stabsstelle Presse

Pressesprecherin

Tel. 0228 9091-402

ursula.schirmer@denkmalschutz.de

Thomas Mertz

Leitung

Pressestelle

Tel. 0228 9091-404

thomas.mertz@denkmalschutz.de

Fabian Christmann

Referent

Pressestelle

Tel. 0228 9091-407

fabian.christmann@denkmalschutz.de

Freianzeigen

WERT-voll: was uns ohne Denkmale fehlen würde

WAHR-Zeichen: Denkmale sind authentische Geschichts-Zeugnisse

Kultur-Spur: Ein Fall für den Denkmalschutz

Trendsetter Denkmal: moderner als gedacht!

Denkmalschutz ist gelebter Klimaschutz!

Weitere Pressemitteilungen