Von 1957 bis 1964 nach amerikanischem Vorbilderrichtete Campus-Architektur
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dem Studentendorf Schlachtensee in Berlin dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 70.000 Euro zur Verfügung. Die Fördermittel dienen im Haus 14 der Wiederherstellung der historischen Fassade des Gemeinschaftshauses. Zuletzt hatte die DSD bereits in diesem Jahr 100.000 Euro für denkmalpflegerische Teilmaßnahmen, darunter die Bauwerksabdichtung, Arbeiten am Außenputz, Betonarbeiten und Instandsetzungen sowie Arbeiten an den Fenstern, den Bodenbelägen und Malerarbeiten an den Häusern 11 und 16 bereitgestellt. Das Denkmal gehört seit 2007 zu den heute über 240 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Berlin gefördert hat.
Zum Objekt:
Das von 1957 bis 1964 mit seiner Campus-Architektur nach amerikanischem Vorbild errichtete Bauensemble des Studentendorfs Schlachtensee gehört mit seiner städtebaulichen Struktur zu den herausragenden Beispielen der frühen Nachkriegsmoderne in Berlin. Das Studentendorf besteht aus 28 seit 1991 denkmalgeschützten Flachdachhäusern. Sie liegen frei um einen Platz mit Bürgermeisterei/Rathaus (Verwaltung mit Technikzentrale), Gemeinschaftshaus (mit Theatersaal, Mensa und Restaurant), Kindergarten und Bibliothek. Die Anlage wurde von den ehemaligen Scharoun-Mitarbeitern Gogel, Fehling und Pfankuch konzipiert. Die Gestaltung der Außenanlage übernahm der Gartenarchitekt Hermann Mattern.
Die scheinbar locker in den Freiraum gruppierten Baukörper sind ein besonders prägnantes und in der Qualität herausragendes Beispiel für die Architektur und Gartenarchitektur der 1950er Jahre. Auch in den Einzelformen der aus vier Bautypen zusammengesetzten Gruppenhäuser ist die Einfachheit und grazile Leichtigkeit der Architektur der 1950er Jahre zu erkennen.
Das Studentendorf gilt als wichtiges architektonisches Dokument der hochschul- und gesellschaftspolitischen Zielsetzungen einer Campus-Universität und – neben der Amerika-Gedenkbibliothek und der Kongresshalle – als Träger freiheitlicher und politischer Wertvorstellungen seinerzeit von hohem Symbolwert für die Nachkriegsgeschichte Berlins im Allgemeinen und für die Geschichte der Freien Universität im Besonderen.