03.03.2011

Festgottesdienst zum Sanierungsabschluss

Der Krönungsaltar der St. Marienkirche in Gudow strahlt wieder

Kurzfassung: Mit einem Festgottesdienst feiert die Gemeinde der Dorfkirche St. Marien in Gudow am 6. März 2011 um 14.00 Uhr den Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Marienkrönungsaltar, die auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2008 mit 2.500 Euro unterstützt hat. Die romanische Marienkirche in Gudow ist eines von über 120 Projekten, die die vor 25 Jahren gegründete private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn bisher allein in Schleswig-Holstein dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören die Servatiuskirche in Selent und die Windmühle Aurora in Weddingstedt.

Langfassung: Mit einem Festgottesdienst feiert die Gemeinde der St. Marienkirche in Gudow im Landkreis Herzogtum Lauenburg am Sonntag, den 6. März 2011 um 14.00 Uhr den Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Marienkrönungsaltar. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die für die Restaurierungskosten von 15.000 Euro im Jahr 2008 den Betrag von 2.500 Euro zur Verfügung stellte, wird durch ihre Ortskuratorin Mölln, Susanne Backhaus, vertreten.

Unmittelbar im Zentrum von Gudow liegt ein architektonisch gestaltetes, umfriedetes Ensemble aus dem gut erhaltenen Pfarrhof, dem Friedhof und einer der Muttergottes geweihten Kirche, die den dendrochronologischen Untersuchungen zufolge aus dem beginnenden 13. Jahrhundert stammt. Der einschiffige, flach gedeckte romanische Feldsteinbau ist vier Fensterachsen lang. Die später angebaute Sakristei hat ein „abgeschlepptes“ Dach, also eine zusätzliche geneigte Dachfläche über die Traufe hinaus. Dahinter sind ein romanisches Rundbogenfenster und ein beim Chorneubau eingefügtes Spitzbogenfenster des 16. Jahrhunderts ausnehmend gut erhalten. Als der Chor im 16. Jahrhundert baufällig wurde, ersetzte man die ursprüngliche halbrunde Apsis durch einen Neubau mit drei Fenstern.

Im Innern des den ostholsteinischen Feldsteinkirchen eng verwandten Bauwerks ist noch die alte glatte Gipsmörtelhaut des Gipsgussverfahrens der Bauzeit zu erkennen. Zu der wertvollen, über Jahrhunderte zusammengetragenen Ausstattung gehört der romanische Taufstein, das gotische Triumphkreuz, ein Altarretabel aus Kloster Lüne bei Lüneburg aus der Zeit um 1390 und eine Statue der Gottesmutter auf dem Vollmond von 1430. Ein Renaissanceepitaph, das Patronatsgestühl sowie die Kanzel aus der gleichen Zeit sowie ein barocker Taufengel vervollständigen das Kircheninventar.

Der gotische Schnitzaltar ist ein sogenannter Flügel-Wandelaltar, der aufgrund neuerer Untersuchungen auf die Zeit um 1390 vordatiert werden kann. Der Marienaltar wurde laut einer Stiftertafel aus dem Jahr 1655 von Kloster Lüne gestiftet. Er gilt als hervorragende lüneburgische Arbeit, die vom Hamburger Petri-Altar des Meisters Bertram aus Minden beeinflusst worden ist. Im Zentrum steht die Krönung Mariens, die dabei von zierlichen Schnitzfiguren der Apostel und Kirchenpatrone eingerahmt wird. Der Knorpelwerkrahmen entspricht dem damaligen Zeitgeschmack. Die Außenflügel sind mit Passionsszenen bemalt. Schnitzkunst und Aufbau des Altars gelten als vorbildlich für eine Reihe weiterer ein- und zweizeiliger Altäre, die sich bis hin nach Schonen in Schweden finden. Das künstlerisch überragende Werk norddeutscher Altarbaukunst wies Schäden an der ursprünglichen Farbfassung auf. Hinzu kamen starke Verschmutzungen, abgelöste, abstehende und abblätternde Farbschichten sowie die Wellung des Leinwandgemäldes, die die Restaurierung dringlich machten.

Die Marienkirche in Gudow ist eines von über 120 Projekten, die die 1985 gegründete private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn bisher allein in Schleswig-Holstein dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören die Servatiuskirche in Selent und die Windmühle Aurora in Weddingstedt.

Bonn, den 3. März 2011/Schi

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