Jugendbauhütte Quedlinburg an Gestaltung beteiligt
Im Rahmen eines besonderen Projekts war die mobile Gruppe der Jugendbauhütte Quedlinburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an der Gestaltung der Mahn‑ und Gedenkstätte Wernigerode für die Opfer des ehemaligen Außenkommandos von Buchenwald beteiligt. Die Übergabe der Anlage für das Gedenken an die in der Zeit von März 1943 bis zum 10. April 1945 ermordeten und zu Tode gekommen KZ-Häftlinge fand am heutigen Tage statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Namen der Opfer verlesen und vor einer Schweigeminute durch die Anwesenden Rosen zum Gedenken niedergelegt.
Die Gedenkanlage wurde auf Grundlage umfangreicher Recherchen beauftragt. Unter der Fachanleitung von Andreas Schael (DSD) legten die Freiwilligen Jugendlichen eine Natursteinpflasterung um den im Mittelpunkt der Anlage stehenden Grabstein an. Auf der höchsten Stelle der Umrandung steht mittig hinter dem Grabstein eine Feuerschale. Die Grabsteinplatte trägt die Namen der 36 in Wernigerode ermordeten oder zu Tode gekommenen KZ-Häftlinge. Der Landkreis Harz unterstützte die Arbeiten der Jugendbauhütte mit 500 Euro. Für die Jugendlichen verband das Projekt handwerkliches Lernen mit verantwortungsvollem Erinnern an einem historisch sensiblen Ort.
Die Jugendbauhütten sind ein Projekt der DSD in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege lernen junge Menschen traditionelle Handwerkstechniken kennen, wenden sie am Originaldenkmal an und vertiefen ihr Wissen in Theorie und Praxis. Derzeit gibt es bundesweit 16 Jugendbauhütten, die erste wurde 1999 in Quedlinburg gegründet. Seither erhielten über 6.500 junge Menschen durch das in den Jugendbauhütten mögliche Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege einen theoretischen und praktischen Zugang zur Thematik. Insgesamt stehen jährlich deutschlandweit rund 300 Plätze zur Verfügung. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden bleiben nach ihrem Freien Sozialen Jahr (FSJ) im Handwerk, der Denkmalpflege oder Restaurierung – viele starten eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich. Einsatzstellen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung und zum Erhalt unseres kulturellen Erbes.
Weitere Informationen unter www.jugendbauhuetten.de