Zweckgebundene Spenden ermöglichen qualitätvolle Lösung
Die beiden an die Generäle Scharnhorst und Bülow von Dennewitz erinnernden überlebensgroßen Standbilder zählen zu den bedeutendsten Werken des Bildhauers Christian Daniel Rauch. 2021 wurden die beiden von Witterung und Umwelt gefährdeten originalen Marmorfiguren durch die Senatskulturverwaltung in die Skulpturensammlung des Stadtgeschichtlichen Museums in der Spandauer Zitadelle verbracht. Aus konservatorischen und denkmalpflegerischen Gründen war ein Verbleib unter freiem Himmel nicht mehr zu verantworten. Der vom Berliner Landesdenkmalamt bereits 2017 empfohlene Ersatz durch Kopien scheiterte bisher an den Kosten für die in Nachschaffung einer ihrem Schöpfer angemessenen Qualität in Marmor. Nun kann die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zweckgebundener Spenden die durch Etatkürzungen des Kultursenats entstandene Finanzierungslücke schließen. Aufgrund der außerordentlichen künstlerischen Bedeutung der Skulpturen des frühen 19. Jahrhunderts und ihres besonderen Stellenwerts in der von Karl Friedrich Schinkel geplanten Umgestaltung der Straße Unter den Linden ermöglicht die DSD die Ausführung der Kopien in Carrara-Marmor. Ein entsprechender Fördervertrag über 1 Million Euro, verteilt über fünf Jahre, der die Nachschöpfung ermöglichen soll, erreicht die Senatsverwaltung in diesen Tagen.
Zum Objekt
In Erinnerung an die Befreiungskriege 1813/1815 und die politische Erneuerung Preußens ließ Friedrich Wilhelm III. anlässlich des Jahrestages des Sieges bei Waterloo (Belle Alliance) die Skulpturen Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813) und Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz (1755-1815) errichten. Christian Daniel Rauch (1777-1857) schuf die beiden überlebensgroßen Marmorskulpturen sowie die Sockelreliefs. Erstmals stellte er die beiden Generäle in zeitgenössischen Uniformen statt in antiken Gewändern dar. Die beiden Marmorskulpturen gelten als Meisterwerke der Berliner Bildhauerschule. Die beiden Feldherren der Befreiungskriege zählen zu den in ihrer Zeit progressiven Reformern des Preußischen Heeres im Sinne der Aufklärung und des Humanismus. Ihre ursprünglich vor der Alten Wache Schinkels aufgestellten Denkmale überstanden eingemauert den Zweiten Weltkrieg. 1950 ließ Walter Ulbricht sie in einem Depot unter den Linden einlagern, bevor sie in den 1960er Jahren gegenüber der Neuen Wache in einer Grünanlage wieder aufgestellt wurden. 1993 erneut ins Depot verbracht, standen sie seit 2002 nach umfangreichen Restaurierungen im Prinzessinnengarten, bevor sie 2021 aufgrund der zunehmenden Verwitterung ins Museum verbracht wurden.