24.11.2025

Orgelrestaurierung in der Burgkirche in Posterstein

Thüringen

An schwere Ketten gefesselt mit einem Messer

Friedrich Bürglen, Ortskurator Jena der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 26. November 2025 um 11.00 Uhr dank der Posterstein-Stiftung in memoriam Angela Kluber in der DSD einen symbolischen Fördervertrag über 10.000 Euro für die Restaurierung der Orgel der Burgkirche in Posterstein an Wolfgang Göthe von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Nöbdenitz. Konkret stehen als Aufgaben der Ausbau, die Reinigung und Prüfung des Pfeifenwerkes, die Überarbeitung der Holz- und Metallpfeifen, die technische und restauratorische Instandsetzung des Spieltisches, die Oberflächenbehandlung der Prospektpfeifen sowie die technische Überprüfung aller Orgelteile einschließlich Intonation und Stimmung an. Das Gotteshaus gehört seit 1991 zu den heute über 580 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.

Der Ort Posterstein liegt zwischen Altenburg und Gera. Im Besitz der Familie Pflugk ab 1528 erfolgte der Ausbau des Schlosses und der am Nordrand des Burgberges gelegenen Burgkirche, einem spätgotischen Bau. Die Postersteiner Kirche erhält ihre Bedeutung durch die überaus reichhaltigen Schnitzereien. Die Ausstattung – Altar mit Altarbaldachin, Kanzel und Herrschaftsloge – in volkstümlichem barockem Stil ist ein Beispiel für handwerkliche Meisterschaft. Einmalig sind die kunstvoll gedrechselten Hohlsäulen, die die Kreuzigungsgeschichte auf dem Altar tragen. Einzig eine kleine Schrifttafel mit der Aufschrift "Johannis Hopf 1689" gibt Hinweise auf den Künstler.

Eine Postersteiner Sage berichtet von einem fahrenden Künstler, der in Posterstein Station machte und während seines Aufenthalts aufgrund eines schweren Verbrechens ins Burgverlies geworfen und zum Tode verurteilt wurde. Die Strafe sollte freilich in lebenslängliche Haft umgewandelt werden, wenn der Häftling Altar, Kanzel und Empore für die Burgkapelle schnitzte. Johannis Hopf soll, an schwere Ketten gefesselt und nur mit einem einfachen Messer, das prächtige Schnitzwerk daraufhin vollendet haben.

Zum Objekt:

Die Eifert-Orgel ist Ausstattungsstück des denkmalgeschützten Kirchenbauwerkes und damit maßgeblicher Bestandteil des Schutzumfangs. Die Orgel wurde 1901 von der Firma Eifert erbaut. Im Werkeverzeichnis der Firma wird sie unter der laufenden Nummer 115 mit zehn klingenden Stimmen und mit mechanischen Kegelladen für zwei Manuale und Pedal geführt. 

FÜR PRESSEVERTRETER:
Wir bitten Sie, den Terminbeginn als Sperrfrist zu beachten. 

Downloads

Pressemeldung herunterladen (PDF)

Pressemeldung und Bilder zur freien Verwendung bei Namensnennung: Alle Medien herunterladen (ZIP)

Ansprechpartner

Dr. Ursula Schirmer

Leitung Stabsstelle Presse

Pressesprecherin

Tel. 0228 9091-402

ursula.schirmer@denkmalschutz.de

Thomas Mertz

Leitung

Pressestelle

Tel. 0228 9091-404

thomas.mertz@denkmalschutz.de

Fabian Christmann

Referent

Pressestelle

Tel. 0228 9091-407

fabian.christmann@denkmalschutz.de

Freianzeigen

WERT-voll: was uns ohne Denkmale fehlen würde

WAHR-Zeichen: Denkmale sind authentische Geschichts-Zeugnisse

Kultur-Spur: Ein Fall für den Denkmalschutz

Trendsetter Denkmal: moderner als gedacht!

Denkmalschutz ist gelebter Klimaschutz!

Weitere Pressemitteilungen