13.01.2014

Ortskuratoren der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringen Fördervertrag in Hannover

Jüdischer Friedhof wird restauriert

Für die Sicherung, Reinigung und Restaurierung von Grabsteinen auf dem Jüdischen Friedhof in Hannover stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr 10.000 Euro zur Verfügung. Den entsprechenden Fördervertrag überbringen am Mittwoch, den 15. Januar 2014 um 12.00 Uhr Dr. Sid Auffarth und Martina Wolff vom Ortskuratorium Hannover der DSD im Beisein von Herbert John von Lotto Niedersachsen an Michael Fürst vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen. Die Maßnahmen werden auch vom Land unterstützt.

Der neue "Israelitische Friedhof" der Stadt Hannover wurde im Jahr 1861 als Ergänzung zum dortigen, mittlerweile zu klein gewordenen Jüdischen Friedhof in dem nördlichen Stadterweiterungsgebiet angelegt. Er wurde bis 1922 genutzt, als die Jüdische Gemeinde Hannovers zahlenmäßig am stärksten anwuchs. In 95 Reihen wurden insgesamt rund 2.600 Grabmale errichtet. Davon besitzen heute noch rund 2.100 Steine lesbare Inschriften.

Den Denkmalwert des Friedhofs sieht das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege in seinem "herausragenden Zeugniswert als anschauliches Dokument für die Entwicklung des jüdischen kulturellen Selbstverständnisses in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts" gegeben.

Jüdische Friedhöfe wollen den Toten der in der "Zerstreuung" lebenden jüdischen Gemeinden dauerhafte Ruhestätte bieten, ihr Erhalt dient der Auferstehungserwartung und dem Gebot ungestörter Totenruhe. Dieser traditionellen Praxis jüdischer Wohltätigkeit Verstorbenen gegenüber kommt die sukzessive Restaurierung der Gräber entgegen.

Die DSD fördert bereits seit 2004 die Restaurierung und partielle Instandsetzung der Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof, die gereinigt und wieder standfest gemacht werden. Die Grabsteine werden aufgenommen, die Fundamente erneuert und die Grabsteine wieder aufgestellt und gegebenenfalls restauriert. Im Oktober nächsten Jahres soll das 150jährige Bestehen des Friedhofes begangen werden. Zurzeit ist der Besuch des Jüdischen Friedhofs nur nach Voranmeldung oder bei einer Führung möglich. Das soll sich ändern, wenn die Grabsteine wieder standfest sind.

Der Jüdische Friedhof in Hannover gehört zu den über 290 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Niedersachsen fördern konnte.

Grabsteine auf dem Juedischen Friedhof in Hannover © Constanze Moneke/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Grabsteine auf dem Juedischen Friedhof in Hannover © Constanze Moneke/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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