Dreistöckiger Turmholländer mit zwei Mahlgängen und einem Schrotgang
Für Putz- und Maurerarbeiten an der Außenhülle und den Flügeln der Windmühle Weserdeich in Tündern bei Hameln stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 30.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt Dietrich Burkart, Ortskurator Hameln der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am Freitag, den 8. August 2025 um 11.00 Uhr an Karl-Friedrich Meyer vom Förderverein Windmühle Tündern e.V. Das technische Denkmal gehört nunmehr zu den über 560 Objekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.
Südlich der Rattenfängerstadt Hameln liegt der Ortsteil Tündern, an dessem südlichen Rand direkt am Weserdeich die Windmühle steht. Sie wurde 1883 errichtet, vermutlich von dem Mühlenbauer Redecker aus Börry. Dieser orientierte sich offenbar an den Modellen der Mühlenbaufirma Tiedt aus Peine. Nachdem Redecker die Mühle einige Jahre selbst betrieben hatte, verpachtete er sie 1894 an Müllermeister Carl Lampe, der sich nach achtjähriger Wanderschaft hier ansiedelte. Für die Pacht hatte Lampe die jährliche Summe von 350 Goldmark zu zahlen. 1897 kaufte Lampe die Mühle für ganze 9.500 Goldmark. 1900 ließ der Müller sich für 1.300 Goldmark das heute noch bestehende Wohnhaus neben der Mühle bauen.
1921 wurde als Antrieb bei Flaute ein AEG-Elektromotor in einem separaten Motorenhaus neben der Mühle aufgestellt. Ende der 1930er Jahre ließ der Müller die Flügel erneuern, 1937 wurde ein Walzenstuhl und ein Plansichter eingebaut. Zu dieser Zeit war bereits Karl Lampe junior in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Bald nach dem Tod des jüngeren Müllers 1968 wurde der Betrieb eingestellt. Noch 1979 wurden Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, aber im Juli 1980 brannte der obere Bereich der Mühle in Folge eines Blitzeinschlags aus, wobei Kappe, Flügel und Windrose zerstört wurden. 1981 wurde die Tünderner Mühle mit Teilen der nicht weit entfernten Holländerwindmühle ähnlicher Bauart in Springe-Bennigsen instandgesetzt.Zum ObjektEs handelt sich um einen dreistöckigen Turmholländer, der ursprünglich mit Segelflügeln und Windrose erbaut worden war. Die technische Ausstattung bestand aus zwei Mahlgängen und einem Schrotgang, den dazugehörigen Mehlsichtmaschinen und einem Fahrstuhl. Der verputzte Schaft wird von einer geschweiften Kappe bekrönt, die an Zwiebeltürme erinnert.
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