Altarbild von Hermann Bachmann (1922-1995)
In diesen Tagen erreicht die Gemeinde der Epiphanienkirche in Berlin eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hatte nicht zuletzt dank der Soziallotterie und einer zweckgebundenen Spende der Mehl'schen Stiftung die Restaurierung des Altarbilds von Hermann Bachmann mit 9.883,54 Euro unterstützt. Das Gotteshaus gehört zu den über 240 Projekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden, Mittel ihrer Treuhandstiftungen sowie den Erträgen der Lotterie GlücksSpirale allein in Berlin fördern konnte.
Das Leinwand-Altar-Triptychon in der Epiphanienkirche wurde von Hermann Bachmann (1922-1995) erschaffen. Er gehörte zu einem befreundeten Künstlerkreis, zu dem die Maler Charles Crodel, Otto Fischer-Lamberg, Otto Müller, Karl Völker, Waldemar Grzimek und der Kunsthistoriker Hans Junecke zählten, die ihn nachhaltig geprägt haben. Besonders eng war er mit den Malern Fritz Rübbert und Willi Sitte befreundet, mit denen er auch gemeinsame künstlerische Aufträge ausführte. Er war überdies bekannt mit Max Pechstein und Karl Hofer. 1953 siedelte Bachmann aus der DDR nach West-Berlin aus. 1961 wurde er Professor an der Hochschule der Künste.
Zum Objekt:
Die Epiphanienkirche ist wegen ihrer Lage unmittelbar am Einschnitt der Eisenbahn- und Autobahntrasse weithin sichtbar. Im Jahr 1965 arbeitete Bachmann intensiv an einem dreiteiligen Altarbild für die Epiphanienkirche. Die linke Tafel zeigt die Taufe Jesu am blauen Jordan, wobei die Szene vom oberen Bildrand her spotartig beleuchtet wird und so eine besondere Atmosphäre schafft. Die mittlere Tafel wirkt totenstill und zeigt den plastisch ausgeformten, geschundenen Körper Christi mit Dornenkrone und Wundmalen. Der starke Kontrast zum schwarzen Hintergrund unterstreicht das Leiden und die Dramatik der Darstellung. Auf der rechten Tafel ist die Auferstehung Jesu dargestellt: Die Gestalt schwebt mit einer gelben Aura in eine weiße Lichtwolke, während ein am Boden liegender Söldner sich geblendet von der Erscheinung abwendet. Noch im selben Jahr wurde das Altarbild fertiggestellt und prägt seither den Kirchenraum.