03.12.2025

Schloss Johannstorf dank schneller Hilfe winterfest

Mecklenburg-Vorpommern
Schloss Johannstorf in Dassow

Das Dach ist dicht!

Kurzfassung: Dank der schnellen Hilfszusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die Notsicherung von Schloss Johannstorf in Dassow ist die Brandruine nun winterfest. Anfang März brannte das Dach des einzigartigen Wasserschlosses im Landkreis Nordwestmecklenburg völlig ab, der Einsturz des brennenden Daches in das Gebäude verursachte immense Schäden. Damit die Brandruine vor Einbruch des Winters mit einem Notdach gesichert werden konnte, stellte die private Stiftung schnell und unbürokratisch die notwendigen Mittel in Höhe von 583.000 Euro zur Rettung zur Verfügung und startete eine Spendenaktion. Inzwischen zeichnet sich eine weitgehende Refinanzierung durch die Versicherung ab, so dass die Spenden nun für weitere Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten zur Verfügung stehen. Durch die Insellage und den ohne die Dachkonstruktion fragilen Zustand des Baudenkmals erforderten die Arbeiten außergewöhnliche Maßnahmen. Dass nun am 4. Dezember um 13.45 Uhr bei der Baubesprechung vor Ort symbolisch das „Dichtfest“ begangen werden kann, freut alle Beteiligten der Stadt Dassow, der Unteren Denkmalschutzbehörde, des Landkreises, des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Unser großes Lob geht an alle beteiligten Handwerker und das Ingenieurbüro Back für die gelungene Notrettung“, so Stiftungsvorstand Dr. Steffen Skudelny.

Langfassung: Der Brand von Schloss Johannstorf in Dassow Anfang März diesen Jahres war für die Denkmallandschaft Mecklenburgs eine Katastrophe und ein schwerer Verlust. Dank der schnellen Hilfszusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) ist die Notsicherung nun rechtzeitig vor Wintereinbruch gelungen. Das Notdach verhindert nun weitere wetterbedingte Verluste. Der Einsturz des brennenden Daches in das Gebäude verursachte immense Schäden, die Statik des Bauwerks war durch die fehlende Aussteifung durch die Dach- und Deckenkonstruktion akut gefährdet. Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz gab beherzt eine schnelle Finanzierungszusage in Höhe von 583.000 Euro für die Notsicherung und startete eine Spendenaktion. Inzwischen zeichnet sich eine weitgehende Refinanzierung durch die Versicherung ab, so dass die Spenden nun für weitere dringende Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten zur Verfügung stehen.

Durch die Insellage und den ohne die Dachkonstruktion fragilen Zustand des Baudenkmals erfolgten alle Arbeiten unter außergewöhnlicher Sorgfalt. Das Gebäude musste erst gesichert und behutsam über einen Kran beräumt werden. Durch ein Gerüst gestützt, konnte anschließend ein stabiles Notdach aufgebracht werden. In den letzten Tagen konnte nun das Notdach fertiggestellt werden. Dass nun am 4. Dezember 2025 um 13.45 Uhr bei einer Baubesprechung vor Ort symbolisch das „Dichtfest“ gefeiert werden kann, freut alle Beteiligten sehr. Die Stadt Dassow, die Untere Denkmalschutzbehörde, der Landkreis Nordwestmecklenburg, das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ermöglichten die Rettung in zügiger und konstruktiver Zusammenarbeit. „Unser großes Lob geht an alle beteiligten Handwerker und das Ingenieurbüro Back für die gelungene Notrettung“, so Stiftungsvorstand Dr. Steffen Skudelny. 

An dieser außergewöhnlichen und dramatischen Schlossbaustelle konnte die Denkmalpflege ihre Leistungsfähigkeit beweisen, da schnell und unbürokratisch gearbeitet wurde. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist Johannstorf ein Vorbild dafür, wie mit ihrem Nothilfefonds schnelle Hilfe möglich wird, ohne auf die oft langwierigen und komplexen Abwicklungen mit Versicherungen warten zu müssen. Gerade im Katastrophenfall ist bei schwergeschädigten Bauten keine Zeit zu verlieren, um die Schäden durch Witterung und Vandalismus nicht noch größer werden zu lassen. In einem nächsten Schritt müssen die noch erhaltene Ausstattung, Vertäfelungen und Bauzier erfasst und gesichert werden. Langfristig ist die Zukunft des Schlosses Johannstorf noch ungewiss: die Gemeinde sucht für dieses besondere Denkmal neue Eigentümer und Nutzungsideen.

Das von 1740 bis 1743 entstandene repräsentative Schloss Johannstorf gilt als Hauptwerk des Barock in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist in seinem Außenbau unverändert aus seiner Entstehungszeit überkommen und eines der letzten erhaltenen Wasserschlösser Mecklenburgs. Seit 1992 war das Anwesen in Privatbesitz und ist inzwischen wieder im Besitz der Gemeinde. 2007/08 gehörte das Schloss zu den Drehorten für den vielfach ausgezeichnetem Film „Das weiße Band“. 

Durch einen Spendenaufruf, für den auch der Schauspieler Ulrich Tukur warb, der das Schloss aus den Dreharbeiten zu „Das weiße Band“ noch in seiner ganzen Schönheit erleben konnte, stehen weitere Mittel für erste Sicherungsmaßnahmen im Inneren zur Verfügung. 

Zum Objekt: 
Johannstorf mit seinen zugehörigen Gütern war seit dem 13. Jahrhundert der Stammsitz der mecklenburgischen Linie der Familie von Buchwald. Das heutige Schloss steht an der Stelle eines spätmittelalterlichen befestigten Hofes.

Der barocke Entwurf stammt von dem schwedisch-deutschen Hofbaumeister und Bauinspektor Rudolph Matthias Dallin und steht in der Tradition dänisch-holsteinischer Vorbilder. Charakteristisch für den norddeutschen Barockbau sind die Backsteinbauweise und die blockhafte Gebäudekubatur, die Zweigeschossigkeit über einem souterrainartigen Kellergeschoss, die betonte Mittelachse zwischen regelmäßigen Fensterachsen sowie das Mansarddach. Die Dekorationselemente beschränken sich auch in Johannstorf auf die Eckrustizierung. Eine ungewöhnliche und repräsentativere Gestaltung lässt sich an Schloss Johannstorf durch die Verwendung der Kolossalpilaster feststellen, die auch im Werk Dallins einzigartig ist.

Malerisch ist die Insellage des Herrenhauses, die der rechteckig um das Haus verlaufende Wassergraben betont. Zusammen mit der weitläufigen einst barocken Parkanlage und dem nach Westen vorgelagerten Torhaus mit zwei flankierenden Wirtschaftsgebäuden ist die Anlage durchkomponiert. Bei Schloss Johannstorf handelt es sich um ein wertvolles barockes Ensemble mit dem Herrenhaus als repräsentativem Zentralbau.

Schloss Johannstorf gehört damit zu den über 650 Objekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale bisher allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.

Spendenkonto Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Commerzbank AG ​ BIC: COBADEFFXXX
IBAN: DE71 500 400 500 400 500 400
Verwendungszweck: PR 07707-01 

FÜR PRESSEVERTRETER:
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Schloss Johannstorf in Dassow
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