20.01.2026

Schlüsselübergabe im Südengraben von Iserlohn

Nordrhein-Westfalen
Haus im Südengraben 28 in Iserlohn während der Arbeiten
Haus im Südengraben 28 in Iserlohn während der Arbeiten

Typisches Handwerkerhaus aus dem 18. Jahrhundert

Am Donnerstag, den 22. Januar 2026 um 12.00 Uhr erfolgt die Schlüsselübergabe für das bemerkenswerte kleine Haus im Südengraben 28 in Iserlohn vom Verein Iserlohn-Denkmal e.V., vertreten durch Holger Lüders und Christan Wilhelm, an die treuhänderische Stiftung Kleines Bürgerhaus in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), vertreten durch deren Vorsitzenden Dr. Fred Kaspar und Elke von Wüllenweber für die DSD.

Nach dreißigjährigem Leerstand und Abrissplänen erwarb Peter Treudt, der mittlerweile verstorbene ehemalige Vorsitzende des Vereins „Iserlohn-DenkMal e. V.“, 2016 das Gebäude aus einer Zwangsversteigerung, um es als Zeugnis der Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu erhalten. Er übertrug es einem eigens dafür gegründeten Verein mit dem Ziel, das Denkmal instandzusetzen und als Wohnraum für Teilnehmer an einem freiwilligen sozialen Jahr herzurichten. Mit Unterstützung verschiedener Fördergeber, darunter die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung „Kleines Bürgerhaus“, sowie der tatkräftigen Hilfe der Vereinsmitglieder konnte das Haus restauriert werden. Das bemerkenswerte Engagement der Initiative wurde 2016 von der Stiftung Kleines Bürgerhaus mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet.

Das kleine Bürgerhaus im Südengraben steht am Rand des historischen Stadtkerns, eingebaut in eine Häuserzeile, die direkt an die weitgehend niedergelegte historische Stadtmauer zwischen Pulverturm und Mühlentor grenzt. Das Gebäude wurde als ein für Iserlohn typisches Handwerkerhaus errichtet und war bis in die 1930er Jahre im Besitz von Handwerkern. Eine bis in die 1960er Jahre vermietete Kammer im Spitzboden, die an Kostgänger oder Tagelöhner vermietet wurde, dokumentiert die Bewohner des Hauses als "kleine Leute".

Zum Objekt:

1712 wurde das schlichte traufständige, zweigeschossige, verputzte Fachwerkgebäude über fünfeckigem Grundriss an und auf die Stadtmauer gebaut, die als nördliche Kellerwand genutzt wurde. Der Bau ist in seiner rechten Hälfte unterkellert. Das 3 Meter tiefe Gebäude lagert mit seiner Dachkonstruktion auf der etwa 3,3 Meter hohen Mauerkrone auf. Ein Satteldach deckt den Bau, dessen rechtes Giebeldreieck verbrettert ist. Der Zugang erfolgt durch eine mittlere Eingangstür. Dahinter befand sich einst die Küche mit offener Herdstelle. Links lag ein kleiner Stall und rechts der beheizbare Wohnraum mit einer Kammer darüber. Diese Struktur wurde später verändert: Um mehr Raum zu gewinnen, höhlte man im Erdgeschoss die rückwärtige Mauer etwas aus. Im Dach ist eine holzverschalte Kammer für einen Kostgänger erhalten geblieben. / tkm

Die Stiftung Kleines Bürgerhaus ist eine von über 280 Stiftungen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz treuhänderisch unter ihr Dach aufgenommen hat. Die auf Dauer angelegte Unterstützung der Treuhandstiftungen hat sich in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen zu einem wichtigen Förderinstrument entwickelt, das nicht mehr aus der deutschen Denkmallandschaft wegzudenken ist.

FÜR PRESSEVERTRETER:
Wir bitten Sie, den Terminbeginn als Sperrfrist zu beachten. 

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

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