07.09.2021

Seminarwoche der Jugendbauhütte Mühlhausen in Stolberg

Sachsen-Anhalt
Einsatz der "Jugendbauhüttler" an der Schlosstreppe von Schloss Stolberg * Foto: Matthias Wagner

Die Treppenanlage vom Ort zum Herrensitz als Programmpunkt beim Tag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals, den 12. September 2021 führen 10 Freiwillige der Jugendbauhütte Mühlhausen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) an der Schlosstreppe von Schloss Stolberg ihre frisch erworbenen Fähigkeiten vor. Gleich im Anschluss an das größte Kulturevent in Deutschland beginnt am Montag eine einwöchige Seminarwoche der „Grünhemden“.

In der Woche vom 13. September 2021 bis zum 17. September 2021 werden die 22 Teilnehmer des Jugendbauhüttenjahrgangs unter Anleitung von Jens Hasert und der Unterstützung der Thüringer Bau und Sanierungs GmbH die Sanierung der Treppe am Schlossberg weiter vorantreiben. Eine mobile Truppe der Jugendbauhütte Quedlinburg hat bereits unter Anleitung von Andreas Schael im Mai an der Treppe gearbeitet. Die traditionelle Verbindung vom Ort zum einstigen Herrschaftssitz wird nach dem Konzept der „Nachhaltigkeit“ saniert, so dass die Jugendlichen neben handwerklichen Einsätzen auch die Möglichkeit des Mitdenkens und Mitgestaltens bieten wird.

Der Einsatz der durch ihre grünen Pullover von weitem erkennbaren „Jugendbauhüttler“ ist Teil ihres einjährigen Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege. Die Jugendbauhütten sind ein bundesweites Kooperations-Projekt der DSD in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Die Arbeiten der 16- bis 26-jährigen zur Treppensanierung in Stolberg sind Bestandteil des Ausbildungsprogramms.

In den bundesweit 16 Jugendbauhütten können Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege absolvieren. Hier erlernen sie einen spezifischen praktischen und theoretischen Zugang zur Denkmalpflege. Durch diesen freiwilligen einjährigen Einsatz erhalten viele Jugendliche Klarheiten über ihre Fähigkeiten und Orientierung über ihre beruflichen Neigungen. Betreut von pädagogischen Leitern der ijgd und an der Seite erfahrener Handwerker und Architekten, bei Denkmalbehörden und Denkmalorganisationen ermöglicht das FSJ – unabhängig von der späteren beruflichen Entscheidung – einen unmittelbaren Einblick in die Vielfalt denkmalpflegerischer Themen. Dazu gehören auch sechs über das Jahr verteilte Seminarwochen, in denen allgemeine Grundlagen der Denkmalpflege vermittelt werden, wie die Geschichte und Grundlagen von Denkmalschutz und Denkmalpflege, die Bedeutung des europäischen Kulturerbes, Stil- und Materialkunde sowie Forschungs- und Arbeitsmethoden. Auch die rechtlichen Grundlagen und die einschlägigen Berufsbilder spielen in den Seminaren eine Rolle. Die Beteiligung junger Menschen aus dem Ausland und das damit verbundene interkulturelle Lernen sind Teil des Konzepts. Der Erfolg der Jugendbauhütten hängt nicht zuletzt von der finanziellen Absicherung durch Spenden, Stiftungen und Partner der öffentlichen Hand ab.
Weitere Informationen unter www.denkmalschutz.de/denkmale-erleben/jugendbauhuetten.html.

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