Durch Umbaumaßnahmen im 18. Jahrhundert wurde das konstruktive Gefüge der Kirche stark gestört
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank ihrer treuhänderischen Ernst-Ritter-Stiftung 15.000 Euro für die Mauerwerkssanierung im Turmbereich und im Chor der St. Jacobikirche in Riethnordhausen zur Verfügung. Das Gotteshaus gehört seit 2015 zu den über 660 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.
Der Ort Riethnordhausen liegt zum größten Teil im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Helme. 1495 wird der Ort Pfarrkirchdorf und von 1512 bis 1524 die Kirche erbaut, die als eines der wenigen Gebäude im Ort 1632 einen Brand überstand.
Zum Objekt:
Die Dorfkirche von Riethnordhausen wurde als kleine, spätromanische Chorturmkirche errichtet; den Chorturm schließt eine Haube mit achtseitiger, offener Laterne ab. In spätgotischer Zeit fügte man den etwas breiteren Chor mit spitzbogigen Fenstern hinzu. Das Langhaus wurde 1759 barock umgestaltet. Der Chor ist kreuzrippengewölbt, das Schiff weist ein hölzernes Tonnengewölbe auf, eine zweigeschossige Hufeisenempore und einen Logeneinbau an der Chorsüdseite. Der Kanzelaltar stammt von 1742.
Durch Umbaumaßnahmen in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das konstruktive Gefüge der Kirche stark gestört. In der Folgezeit kam es insbesondere zu Mauerwerksrissen und statischen Schäden im Chordach. Zusätzlich führte eine ungenügende Bauunterhaltung zu Dachundichtigkeiten und infolgedessen zu Feuchtigkeitsschäden im Schiffdach, in der Holztonne und in den Emporen. Das Turmdach konnte 2012 saniert werden. 2014 nahm die Kirchengemeinde die statische Sicherung des Turms und des Chordachs einschließlich der Mauerkrone in Angriff. Die Sanierung des Schiffdachs schloss sich 2015 an. Nun folgen die weiteren Arbeiten an Turm und Chor.